01 Juli 2010 02:00
Die Bürgermeisterin von Bad Honnef ist das erste prominente Opfer dieses läuferfeindlichen Winters. Im Interview spricht sie über ihren Sturz, die Folgen und den härtesten Winter seit 30 Jahren.
Achim-Achilles.de: Frau Feiden, bei Ihrem morgendlichen Lauf sind Sie gestürzt und haben sich den Arm gebrochen. Wie ist das passiert?
Wally Feiden: Meine Laufstrecke ist zwar asphaltiert, aber seit Silvester sind die Wege schnee- und eisbedeckt. Deshalb bin ich nicht in den Spurrillen der Autos und Traktoren gelaufen, sondern am Wegesrand. Und plötzlich, auf halber Strecke, reißt es mir die Beine weg. Ich habe den Halt verloren und wollte den Sturz mit der rechten Hand abfedern. Ich habe sofort gemerkt, dass ich mir was gebrochen habe – ich hatte irrwitzige Schmerzen.
Achim-Achilles.de: War jemand in der Nähe, der Ihnen helfen konnte?
Feiden: Nein, ich war mit meinem Hund allein auf weiter Flur. Ich kam sofort wieder auf die Füße, aber mir wurde schlecht vor Schmerz. Irgendwie bin ich nach Hause gekommen.
Achim-Achilles.de: Wo genau haben Sie sich verletzt?
Feiden: Die Speiche ist glatt durchgebrochen und hat sich zur Elle verschoben. Anscheinend hat die Reibung, die dadurch entsteht, die schlimmen Schmerzen verursacht.
Achim-Achilles.de: Sind Sie nicht gleich ins Krankenhaus gefahren?
Feiden: Zuhause habe ich einen Schluck Kaffee getrunken. Als mir wieder schwarz vor Augen wurde, dachte ich: jetzt bloß nicht zusammenklappen. Dann bin ich sofort ins Krankenhaus gebracht worden.
Achim-Achilles.de: Mussten Sie operiert werden?
Feiden: Ja, aber zum Glück war es keine offene OP. Die Ärzte haben nach dem Röntgen entschieden, dass eine Fixatur aus Edelstahl ausreicht. Das ist schonender als eine Operation und bringt denselben Heilungseffekt.
Achim-Achilles.de: Wie sehr schränkt Sie der Bruch ein?
Feiden: Ich kann keinen Dienst machen und bin deshalb zuhause. Ab nächster Woche werde ich aber wieder an Sitzungen und Gesprächsterminen teilnehmen.
Achim-Achilles.de: Werden Sie das Laufen jetzt aufgeben?
Feiden: Nein, das werde ich nicht. Ich laufe seit einem halben Jahr regelmäßig, und es tut mir – außer bei meinem Sturz natürlich – sehr gut. Als Bürgermeisterin erstreckt sich meine tägliche Bewegungsspanne zwischen ein paar Räumen. Das ist zu wenig. Deshalb laufe ich jeden Tag, bevor ich ins Rathaus gehe, auch wenn ich jeden Morgen aufs Neue den inneren Schweinehund bekämpfen muss. Aber ich werde erst wieder laufen, wenn Schnee und Eis geschmolzen sind.
Achim-Achilles.de: Haben Sie einen Tipp, wie man Stürze vermeidet?
Feiden: Man sollte vielleicht bei solchen Witterungsverhältnissen mit Spikes laufen. Meine profilierten Laufschuhe waren für den eisigen Untergrund anscheinend nicht rutschfest genug. Aber ich denke, auch auf geräumten und gestreuten Wegen ist es tückisch, weil sich überall vereiste Stellen verbergen können. Vielleicht sind Menschen in den höheren Gebieten in Deutschland besser daran gewöhnt. Aber hier in Bad Honnef erleben wir den längsten Winter mit so viel Schnee seit 1978/79.
Achim-Achilles.de: Wie viele Opfer hat der Winter in Bad Honnef bislang gefordert?
Feiden: Genau weiß ich das nicht. Ich habe in der Ambulanz Menschen mit Schulterbrüchen, Brüchen an Oberarm und Sprunggelenk sowie Knochenbrüchen jeglicher Art getroffen.
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