Die Punk-Rock-Band Radio Havanna macht mit beim 30-Stunden-Spendenlauf durch den Harz (Foto: Radio Havanna).
Der Oxfam-Trailwalker ist eine 100-km-in-30-Stunden-Wohltätigkeitswanderung durch den Harz. Oliver "Arni" Arnold, Gitarrist von Radio Havanna, erläutert, warum er mit seiner Punk-Rock-Band mitläuft.
Arni, am Samstag wollt ihr 100 km in 30 Stunden wandern – alles für einen guten Zweck. Seid ihr sicher, was ihr euch da aufgehalst habt?
Der Oxfam-Trailwalker ist der größte Spendenlauf der Welt. Etwa 28.000 Teams haben bislang mehr als 25 Millionen Euro Spenden erlaufen.
Teams von vier Personen laufen gemeinsam 100 Kilometer zu Fuß in 30 Stunden. Beim ersten Trailwalker in Deutschland am 11. und 12. September wandern die rund 100 Teams quer durch den Harz. Sie müssen eine "Startgebühr" von 2000 Euro abgeben. Der Erlös kommt Bildungsprojekten von Oxfam zugute. http://trailwalker.
Oliver Arnold: Ich glaube, das schwierigste ist, dass wir uns noch nicht vorstellen können, wie viel das wirklich ist.
Euer Album heißt „Lauter Zweifel“ – ist das auch das Motto eurer Wander-Aktion?
Nee (lacht), wir sind schon zuversichtlich. Es ist ja nicht so, dass wir überhaupt keinen Sport machen. Einige von uns joggen regelmäßig, ich laufe Halbmarathon. Wir sind also nicht total überfordert. Anstrengender wird bei 30 Stunden eher die Monotonie sein.
Was ist eure Strategie fürs Durchhalten? Wanderlieder, Energieriegel?
Ja, wir haben solche Riegel dabei. Und wir haben Gruß-Botschaften von unseren Fans bekommen, per E-Mail, die werden wir ausdrucken, mitnehmen und vorlesen. Wir nehmen das Ganze ja mit der Kamera auf und dokumentieren die Aktion. Das bringt dann auch ein wenig Abwechslung, hoffe ich.
Wie sah denn euer Training aus? Habt ihr bereits ein paar längere Wanderungen hinter euch?
Ein „paar“ ist übertrieben. Wir haben Fahrradtouren gemacht … und unsere Generalprobe – 25 km durch den Thüringer Wald – ist sehr gut gelaufen. Keine Blasen.
Wie war eigentlich die Resonanz bei euren Fans?
Die Aktion Trailwalker versteht ja nicht jeder auf Anhieb. Die Leute haben immer gefragt: Warum sammelt ihr 2000 Euro und dürft dann noch zur Belohnung 100 km wandern? Aber wir haben das auf Konzerten angesprochen und erklärt, dass das Geld in Bildungsprojekte geht. Danach haben wir sehr viele Beträge bekommen, auch sehr viel kleine. Das Geld stammt also überwiegend von unseren Supportern.
Wie passt das Klischee des Punkrockers – diese Scheiß-egal-Haltung – zu wohltätigem Engagement?
Wir wollen den Leuten klar machen, dass Punk Rock sehr wohl eine Message hat. Und zwar eine, die stark ist und die mit gewissem Engagement verbunden ist. Da hat sich vieles gewandelt: Punk Rock ist mittlerweile über 30 Jahre alt. Unserer Meinung nach ist es einfach zeitgemäß, auch politisches Bewusstsein zu zeigen.
Und nach der Wanderung wird dann ordentlich gefeiert?
Erst wollten wir einfach so loslaufen, aber dann haben wir doch gemerkt, dass 30 Stunden organisiert werden müssen. Wir haben festgelegt, wann wir wo sein wollen, wo wir Pause machen usw. Unser grobes Ziel ist es, in 26 bis 27 Stunden anzukommen. Im Ziel warten dann unsere Supporter mit einer Kiste Bier. Ist nur die Frage, ob wir darauf dann wirklich Lust haben (lacht).
Interview: Frank Joung
... und so klingen "Radio Havanna"
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