16 Juni 2010 02:00
Beruflich hat er eine 60-Stunden-Woche. Zum Ausgleich läuft er täglich 20 Kilometer. Vor dem Frankfurt-Marathon 2008 spricht Manager Marco Diehl auf Achim-Achilles.de über Konkurrenten und die Bankenkrise.
Achim-Achilles.de: Herr Diehl, die Finanzkrise hält die Weltwirtschaft in Atem. In New York und London werden Ihre Kollegen arbeitslos. Können Sie als Banker noch entspannt die Laufschuhe schnüren?
Diehl: Gerade in Zeiten, wo beruflich eine besondere Herausforderung ansteht, ist es um so wichtiger abschalten zu können und Kraft für den nächsten Tag zu sammeln. Dazu gibt es für mich keinen besseren Weg, als im schönen Nordtaunus zu laufen und den Gedanken freien Lauf zu lassen.
Achim-Achilles.de: Wären Sie froh, wenn die Bankenkrise Ihren Arbeitsplatz kosten würde? Sie hätten dann viel mehr Zeit zum laufen.
Diehl: Auf keinen Fall. Ich verstehe mich als ambitionierter Hobbyläufer und mein Beruf stand immer im Vordergrund, so wird es auch bleiben.
Achim-Achilles.de: Wie viel Zeit haben Sie denn zum laufen?
Diehl: Wenn kein Wettkampf vor der Tür steht, trainiere ich sechs bis sieben Mal pro Woche. Das sind durchschnittlich 130 Kilometer. Meistens laufe ich direkt nach der Arbeit gegen 19 Uhr.
Achim-Achilles.de: Der Marathon in Frankfurt am 26. Oktober ist ihr 13. in diesem Jahr. Kein deutscher Läufer schafft mehr. Die Zeitschrift „Best Life“ hat Sie zum fittesten Manager Deutschlands gekürt. Ihre Marathon-Bestzeit ist 2:28:04 Stunden. Kennt die Läuferszene den Investmentbanker Marco Diehl?
Diehl: In letzter Zeit hat der Trubel um meine Person stark zugenommen. In Frankfurt gibt es die Sonderwertung „Marathon Manager“. Da werde ich als Favorit gehandelt .
Achim-Achilles.de: Wer sind Ihre Konkurrenten?
Diehl: Das weiß ich leider nicht. Solange kein "kenianischer Manager" dabei ist, habe ich aber sicher gute Chancen, um den Sieg mitzulaufen.
Achim-Achilles.de: Trauen Sie sich zu, auch insgesamt ganz vorne mitzulaufen?
Diehl: Davon bin ich Lichtjahre entfernt. Das Spitzenfeld werden sicher wieder rund 30 Kenianer anführen. Danach folgen wahrscheinlich eine Handvoll Osteuropäer und schließlich kommen die besten deutschen Läufer. Im hinteren Bereich dieser Gruppe sehe ich mich. Entscheidend ist natürlich, ob ich einen guten Tag erwische und in welcher Gruppe ich mitlaufen kann.
Achim-Achilles.de: Hilft Ihnen Ihre Laufleidenschaft auch im Beruf weiter?
Diehl: Es ist immer ein guter Ansatzpunkt für ein Gespräch. Das hilft natürlich beim Networking und hin und wieder ist es ein wahrer Türöffner. Man glaubt gar nicht, wie viele Menschen regelmäßig laufen.
Neuer Weltrekord im Rückwärtslaufen
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