01. Juli 2010
Antonio Scaldavilla stellte kürzlich zwei Extremrekorde auf. Seitdem diskutiert die Ultramarathon-Szene heiß. Der Vorwurf: Der Italiener könne seine 180 Ultraläufe nicht beweisen. Außerdem gibt es Zweifel an seiner Leistung.
Im Spitzenbereich ist die Läuferwelt klein und überschaubar – Rekordläufer sind bekannt, die Besten der Besten kennen sich. Für Aufsehen sorgte nun Antonio Scaldavilla. Denn der Italiener stellte am 5. Oktober gleich zwei neue Weltrekorde auf. Er lief in 168 Stunden (das sind sieben Tage) 1101,5 km. Den ersten Weltrekord knackte er nach 147:39 Stunden: In dieser Zeit hatte er 1000 km zurückgelegt.
Gabi Gründling von der Deutschen Ultramarathon Vereinigung (DUV) ist eine von mehreren Skeptikern, die Scaldavillas Leistungen anzweifelt. In einer offiziellen Stellungnahme des Verbands schreibt sie: "Außer Yiannis Kouros und Wolfgang Schwerk gibt es momentan wohl niemanden, der solche Kilometerleistungen in einer solchen Zeit zurücklegen kann. Wenn Herr Scaldavillla, wie er im Achilles-Interview behauptet, schon 180 Ultras in seinem Leben gelaufen wäre, müsste die DUV-Statistikdatenbank eigentlich mehr als einen Eintrag über ihn auswerfen. (...) das Ganze ist mehr als dubios und fragwürdig."
Daraufhin hat Scaldavilla nach eigener Aussage um die Löschung seiner Einträge beim DUV gebeten, was bereits geschehen ist. Der 48-Jährige wollte sich gegenüber Achim-Achilles.de nicht zu den Vorwürfen mangelnder Leistungsnachweise äußern.
Über die Skepsis aus der Ultralauf-Szene ist er jedoch verwundert: "Ich bin überrascht über die Neugier an meiner Person. All diejenigen, die meine Leistungen infrage stellen, kann ich nur bitten, bis zum 19. April zu warten." Dann will Scaldavilla den Transeuropalauf von Bari zum Nordkap laufen – vorausgesetzt er findet einen Sponsor, der ihm die Startgebühr von 6000 Euro bereitstellt.
Den siebentägigen Rekordlauf absolvierte der Ultraläufer in der Sportklinik Arcus in Pforzheim. Der Lauf soll Scaldavilla zufolge einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde erhalten, weswegen über die gesamte Zeit mindestens zwei Zeugen anwesend gewesen seien. "Ich war keinen Augenblick alleine. Es waren ständig Ärzte, Masseure, Journalisten und Besucher da. Es gab ein Gästebuch. Ich muss niemanden etwas beweisen", sagt Scaldavilla.
Heiko Hecht, Pressesprecher der Arcus Sportklinik Pforzheim, sagt: "Ich war dabei und kann versichern: Da lief alles sauber ab. Er konnte nicht bescheißen." Zudem habe die Klinik den Lauf stündlich dokumentiert und alle Zeiten und Distanzen aufgelistet.
Der verhängnisvolle Siegerstrauß

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