21 Juni 2010 02:00
Mit Fiffi durch den Stadtwald rennen macht Spaß – aber gilt das auch für den Hund? Felicitas Behr ist Tierärztin und Hundetrainerin in der Hundeschule Knochenarbeit in Düsseldorf. Sie gibt sieben Tipps für das Laufen mit Hund.
1. Am Anfang steht die Frage: Ist der Hund dazu körperlich in der Lage? Ein kleiner, untersetzter Hund zum Beispiel kann nicht aus dem Stand loslegen. Auch Hunde müssen trainieren. Am besten mit circa einer halben Stunde anfangen und den Hund dabei beobachten. Es gilt grundsätzlich: Der Hund gibt die Zeit und die Geschwindigkeit vor.
2. Für einen gesunden Hund ist Laufen eine gute Sache, aber viele Hunde sind nicht gesund. Sie sind übergewichtig oder haben andere gesundheitliche Probleme. Für einen Schmerzpatienten mit Lahmheit zum Beispiel ist Laufen eine Qual. Solche Hunde verknüpfen den Sport mit Schmerzen und nicht mit Spaß. Darum vorher mit dem Tierarzt besprechen: Hilft es dem Hund, zum Beispiel um abzunehmen oder als Physiotherapie?
3. Denken Sie daran, dass der Hund beim Laufen ähnliche Bedürfnisse hat wie ein Mensch. Auch Hunde laufen lieber auf Waldboden – Asphalt belastet ihre Gelenke und Pfoten. Ist nach dem Laufen genug Wasser für beide da? Auch für den Hund etwas mitnehmen!
4. Besondere Vorsicht bei praller Sonne und bei Kälte. Wärmeaustausch ist Hunden nur über die Pfoten und über Hecheln möglich. Hitzschlag und Kreislaufprobleme können die Folge sein. Im Winter hingegen reizen Granulat oder Salz die Pfoten – nach dem Laufen sollte man sie kalt abwaschen.
5. Für Begegnungen mit Fußgängern oder anderen Hunden bleibt dem Hund durch das höhere Tempo weniger Zeit – ein gut sozialisierter Hund hat damit zwar kein Problem, aber lassen sie ihm ab und zu eine Minute. Ohne Leine zu laufen ist am entspanntesten, auch für den Hund – aber nur, wenn er auch unter Kontrolle ist. Läufer achten weniger auf ihren Hund, weil sie mehr auf sich konzentriert sind. Kritische Situationen werden daher manchmal zu spät bemerkt. Hunde mit jagdlichen Ambitionen oder anderen unerwünschten Verhaltensweisen bleiben auch beim Joggen besser an der Leine.
6. Wenn der Hund angeleint läuft: Kann ich ihn überhaupt halten? Oder ziehe ich oft am Halsband? Dann lieber ein Geschirr benutzen, um seine Halswirbelsäule zu schonen. Eventuell ist auch eine spezielle Joggingleine sinnvoll. Aber Achtung: Ist der Hund nicht leinenläufig oder zieht unvermittelt nach rechts und links, belastet das die Wirbelsäule des Läufers. Wählen Sie ein Leinensystem aus, das für beide gesund ist.
7. Ein kompletter Marathon ist nichts für einen Hund, besonders nicht für kleine, untrainierte oder übergewichtige Tiere. Einen Teil der Strecke kann ein gesundes Tier aber durchaus mitlaufen, wenn er wie Herrchen gut im Training ist.
Wie ein Hund einmal einen Marathon entschied
Läufer und Hunde: So funktioniert's

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