30 Juli 2010 12:21
Forscher haben herausbekommen, wie man sich den Schweiß zunutzemacht. Ein neuartiges "Sensor-Shirt" ändert die Farbe, wenn der Sportler schwitzt – und signalisiert: Es wird Zeit, zu trinken.
Ein T-Shirt, das sich durch Wärme beim Tragen verfärbt, gab es schon mal in den 90er-Jahren. Es war ein Ladenhüter. Denn die Macher hatten übersehen, dass es einfach nicht cool aussieht, wenn sich große Farbflecken um die Achseln ergeben – obwohl der Träger gar kein Sport treibt. Die Forscher der Fraunhofer-Einrichtung für Modulare Festkörper Technologie (EMFT) haben keine Mode im Sinn: Sie haben ein Verfahren entwickelt, das Flüssigkeitsverlust sichtbar macht.
Dazu haben sie Baumwoll-Oberteile in einen chemischen Farbstoff getränkt. Die blassvioletten Shirts werden an den Stellen gelb, an denen sie mit Schweiß in Berührung kommen. "Der Farbumschlag ist deutlich zu sehen und zeigt dem Sportler, dass es Zeit ist, etwas zu trinken", erläutert Gerhard Mohr von der Arbeitsgruppe Sensormaterialien.
Der Farbwechsel ist die Folge einer chemischen Reaktion. "Im Prinzip funktionieren unsere T-Shirts wie das Lackmus-Papier, das jeder aus dem Chemieunterricht in der Schule kennt: Wenn der Stoff mit einer basischen Substanz in Berührung kommt – beispielsweise mit Waschmittel in der Waschmaschine – wird er violett. Saure Flüssigkeiten wie Schweiß färben ihn gelb." Die gelbgefärbten Schweißflecken bleiben also nicht für die Ewigkeit, sie verschwinden beim nächsten Waschgang.
Als nächstes wollen die Wissenschaftler und Ingenieure einen Farbstoff erarbeiten, der sichtbar macht, wie viel Natriumionen der Schweiß enthält. "Natrium ist ein Bestandteil von Kochsalz", sagt Mohr, dem die Idee der "Sensor-Shirts" beim Joggen kam. "Je höher die Konzentration, desto wichtiger ist es für den Sportler, salzhaltige Getränke – beispielsweise Mineralwasser oder isotonische Drinks – zu sich zu nehmen." Auch spezielle Folien, die die Hauttemperatur anzeigen, können sich die Wissenschaftler vorstellen.
Ein T-Shirt, das vor dem Austrocknen bewahrt, würden viele Läufer sicher gerne überstreifen. Jetzt muss es nur noch cool ausehen.
(Foto: Ariel da Silva Parreira/www.sxc.hu)
Skinfit-Testaktion – das Gesamturteil

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