10 September 2010 02:00
Der Berlin-Marathon ist immer einen Lauf wert: Für Bestzeiten, für die Stimmung, für das Drumherum. Die Strecke ist aber nicht nur flach und schnell, sondern auch geschichtlich beeindruckend.
Eins ist vor dem 37. Berlin-Marathon sicher: Haile Gebrselassie wird nicht zum fünften Mal hintereinander den Title holen. Denn der Weltrekordhalter und Publikumsliebling läuft gar nicht mit. Ihn zieht es in den Big Apple. Dort will er den New-York-Marathon gewinnnen.
Selber schuld, würden die Berliner sagen. Dann verpasst er eben den Weltrekord - in zweierlei Hinsicht. Denn in NYC wird Haile sicher keine Bestzeit laufen, dafür ist die Strecke nicht eben genug. Und in Berlin ist die Bahn frei für andere Spitzenläufer. Patrick Makau Musyoki und Geoffrey Mutai aus Kenia etwa lauern nicht nur auf den Sieg, sondern würden auch liebend gern Hailes Weltrekordzeit von 2:03:59 Std. brechen. Schließlich ist Berlin gemacht für Bestzeiten: flach und damit schnell.
Aber auch für Läufer, die zum ersten Mal dabei sind, oder auch einfach nur ankommen wollen, hat Berlin mehr zu bieten als breite Wege: Allein der Startschuss auf der Straße des 17. Juni ist ein Highlight. Reichstag, Dom, Fersehturm, Kreuzberg, Ku'damm, Potsdamer Platz – Läufer haben eine Vielzahl von Ausreden für langsame Zeiten ("War so überwältigt von der Gedächtniskirche…").
Genau das macht Berlin aus: Jeder kommt auf seine Kosten.

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