23 September 2010 00:00
Unter den rund 60.000 Teilnehmern bei allen Berlin-Marathon-Veranstaltungen wird vor allem von Sabrina Mockenhaupt viel erwartet. Sie selbst sagt: "Wenn man in Berlin läuft, muss es das Ziel sein, schnell zu laufen."
von Frank Joung
Acht Wochen intensive Vorbereitung hat Sabrina Mockenhaupt hinter sich. Nur einen Tag hat sie mal die Beine hoch gelegt, sonst war sie immer unterwegs: Steigerungs-, Tempo-, Staffelläufe. Bei der Pressekonferenz, drei Tage vor ihrem Debüt beim Berlin-Marathon, sagt sie lächelnd: "Jetzt steht es nicht mehr in meiner Macht. Mehr Vorbereitung geht nicht."
Mockenhaupt gibt sich zurückhaltend. Ihr Ziel sei, unter 2:24:59 Stunden zu laufen, die Marathon-Bestzeit ihres Vaters. "Wenn es nicht klappt, ist es aber auch kein Weltuntergang." Dann muss eben ihre eigene Bestzeit dran glauben. 2:26:22 ist sie 2008 in Frankfurt gelaufen. Die würde sie gerne unterbieten, sie fühlt aber auch Druck. "Sobald man in Berlin läuft, erwarten ja alle eine schnelle Zeit."
Genau das tun auch zwei ihrer Konkurrentinnen, Bezunesh Bekele aus Äthiopien und Tomo Morimoto aus Japan. Bekele ist mit 2:23:09 Std. die schnellste Frau im Wettbewerb. Die 27-Jährige hofft auf gute Konkurrenz und ein schnelles Rennen: "Ich weiß, dass Haile hier den Weltrekord aufgestellt hat, das spornt mich an. Ich versuche, hier Bestzeit zu laufen." Und auch Morimoto will ihre persönliche Bestleistung von 2006 (2:24:33 Std.) anzugreifen.
Sabrina Mockenhaupt wird aber ihrem eigenen Zeitplan folgen, sagt sie. "Gegen diese Mädels zu laufen, wäre Harakiri. Ich will nicht zu viel riskieren. Da spielt auch die Tagesform und das Wetter eine Rolle. Beim Marathon braucht man nicht nur einen Plan, sondern drei."
Hauptsache einer geht dann auch auf.

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