21 September 2011 13:57
Ulf Kirsten ist immer noch fit – sagt er zumindest. An diesem Sonntag will er es beweisen. Da läuft der ehemalige Torjäger beim Berlin-Marathon mit. Im Interview erzählt der Ex-Fußballprofi, wie er sich fit hält, wer sein härtester Trainer war und warum er ein wenig zittert vor dem Wettbewerb.
Achim-Achilles.de: Herr Kirsten, als Spieler sind Sie ja nicht als besonders laufstark aufgefallen ...
Ulf Kirsten: Moment mal, das Laufen war doch genau meine Stärke! Sie sind mal wieder völlig fehlinformiert. Aber das kennen wir ja von der Journaille: Da geraten die Informationen schnell mal durcheinander, gell? (lacht)
Sie haben also die langen Trainings-Waldläufe früher immer gerne absolviert?
Das ist nett. Jetzt wagen Sie sich an die lange Strecke und nehmen am Berlin-Marathon teil. Warum tun Sie sich das an?
Ich wurde gefragt, hatte Zeit und habe spontan zugesagt, weil es für einen guten Zweck ist. Das kann man immer mal machen.
Sie laufen ja auch nicht die ganze Strecke.
Wir sind mehrere in der Staffel, jeder läuft fünf, sechs Kilometer.
Und dafür reicht die Fitness noch?
Naja, also eine Zeitlang bin ich jeden Tag noch zehn bis zwölf Kilometer gelaufen, ich wohne hier im Bergischen Land, da laufe ich ständig hoch und runter.
Und momentan?
Ja, momentan ... ich habe mir vor vierzehn Tagen einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen und komme auch gerade von Bayer Leverkusen, wo ich mich behandeln lasse.
Aber Sie kriegen es noch hin bis zum Sonntag, oder?
Das schaffe ich schon. Ich bin am Behandeln, Machen und Tun, damit ich am Wochenende nicht zusammenbreche.
Haben Sie für den Lauf beim Berlin-Marathon Sonderschichten eingelegt?
Ich bin gerade vor ein paar Stunden acht Kilometer gelaufen. Ich hatte zwar Probleme in der Wade, habe es aber geschafft. Also, da werde ich die fünf Kilometer am Sonntag wohl auch hinkriegen. Hoffe ich zumindest. Ich sehe ja jetzt nicht aus wie Reiner Calmund. Das passt schon.
Ist es schwierig als Ex-Profi einigermaßen in Form zu bleiben?
Nö, eigentlich nicht. Wann immer ich die Gelegenheit habe, zu laufen oder mich zu bewegen, tue ich das. Als ich noch Trainer war, habe ich jeden Tag Sport gemacht und Fußball gespielt. Man muss sich die Zeit dafür nehmen, dann ist das kein Problem.
Wie halten Sie sich fit?
Ich laufe, mache Krafttraining, spiele ein bisschen Golf und hin und wieder mache ich bei Benefiz-Fußballspielen mit – das sind die vier Sportarten, die ich momentan betreibe.
Haben Sie denn irgendwelche Ziele beim Berlin-Marathon? Wollen Sie schneller sein als Henry Maske, der auch in der Staffel mitläuft?
Nö, überhaupt nicht. Ich will, dass wir alle ins Ziel kommen, damit wir Geld sammeln für den guten Zweck.
Worauf freuen sie sich besonders?
Ich war ja noch nie bei so einer Marathonveranstaltung, das ist ja ein Riesen-Event, mit 70.000 Teilnehmern, glaube ich. Da freue ich mich drauf. Außerdem laufen auch ein paar alte Freunde aus Dresden mit, die ich lange nicht gesehen habe.
Welcher ihrer früheren Fußballtrainer hat am härtesten Kondition gebolzt?
Stepanovic. Wir mussten vor und nach jedem Training vier Kilometer laufen.
Und welcher Mit- oder Gegenspieler war der Laufstärkste?
Heiko Scholz war nicht schlecht. Die Spieler aus dem Osten haben alle viel trainiert und sind viel gelaufen, das liegt uns wahrscheinlich im Blut.
Würden Sie sich einen Marathon zutrauen?
Wenn ich die richtigen Trainingspläne hätte, würde ich es schaffen, denke ich. Aber ehrlich gesagt, lege ich es nicht drauf an. 42 Kilometer sind für mich zu anstrengend. So viel Lust habe ich dann auch nicht. Eine Stunde oder ein bisschen mehr laufe ich gerne – wenn ich nicht gerade brutale Wadenprobleme habe wie jetzt.
Das Interview führte Frank Joung
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