23 September 2011 08:52
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Die Spannung vor derm Berlin-Marathon steigt. Selbst bei routinierten Lauf-Haudegen wie Haile Gebrselassie steigt die Vorfreude sichtlich. Herausforderer Patrick Makau gibt sich zwei Tage vor dem großen Rennen zuversichtlich.
Von Frank Joung
Es ist der mit Spannung erwartete Zweikampf: Der Altmeister und Weltrekordler Haile Gebrselassie, 38, aus Äthiopien gegen den 26-jährigen Berlin-Vorjahressieger und Haile-Herausforderer Patrick Makau aus Kenia.
Schon beim ersten offiziellen Zusammentreffen bei der Pressekonferenz werden sie als Kontrahenten wie bei einem Boxkampf angekündigt. Auf der Video-Leinwand lässt man sie gegeneinander laufen. Denn diesmal ist es anders, nicht wie bei den letzten Berlin-Marathonrennen, an denen der große Meister mitwirkte: Diesmal heißt es nicht "Haile gegen die Uhr", sondern "Haile gegen Patrick".
Schon vor dem Hotel ist die Aufregung um die Athleten spürbar. Das schwarze Auto fährt vor, Haile in orangefarbener Jacke, steigt aus und zeigt sein unverkennbares Haile-Lächeln. Eine Traube von Leuten begrüßt ihn freundlich. Er schüttelt Hände, umarmt Menschen, lässt sich fotografieren. Fast unbemerkt hinter ihm – mit etwas Abstand – steht Patrick Makau, sein Verfolger. Er läuft nebenher, schüchtern, fast demütig. Er wirkt konzentriert.
Auf dem Podium im vollgepackten Pressesaal, wird deutlich, was die beiden Top-Läufer wirklich unterscheidet. Nicht das Alter, die Figur oder die Schnelligkeit, sondern: Erfahrung und Ausstrahlung. Haile lächelt mild in die Runde, gibt sich locker, professionell. Makau dagegen sschaut ernst drein, angespannt, in sich gekehrt.
"Er ist wieder da", sagt Renndirektor Mark Milde. Haile lacht. Er weiß, dass er gemeint ist. "In Berlin kannst du tun, was du geplant hats", sagt er. Nicht so wie in New York, wo er sich überrumpeln ließ und überstürzt seinen Rücktritt ankündigte, den er dann wiederum eilig zurückzog. "So wollte ich nicht abtreten."
Der große Haile braucht keine Siege mehr, keinen Weltrekord – er benötigt eine schnelle Marathonzeit, um sich für die Olympischen Spiele 2012 in London zu qualifizieren. Ganz banal. "Die Zeit ist wichtiger als zu siegen. Ich bin unter Druck. In Äthiopien gibt es so viele schnelle Läufer. Wenn ich hier nicht schnell genug laufe, wird mich keiner nach London lassen." Die olympische Goldmedaille hat er zwar schon, allerdings nur die über 10 km. "Wenn die Leute in Äthiopien das hören, sagen sie nur: 10.000 Meter? Ach so..." Haile will nach London und den Marathon gewinnen.
Makau dagegen sagt: "Ich fühle keinen Druck, ich laufe mit einem Champion. Er hat so viel Erfahrung." Haile legt seinen Arm auf die Schulter seines Laufkollegen und lacht. Es ist eine große sportliche Rivalität zwischen den beiden, aber freundlich und von Sympathie und Respekt geprägt. Fragen nach dem Duell "Kenia gegen Äthiopien" lassen die beiden diplomatisch ins Leere laufen. "Wir brauchen einander", sagt Gebrselassie.
Es wird spannend, das meinen auch die beiden Läufer. "Es ist lange her, dass ich hier verloren habe", sagt Haile. "Aber vergesst nicht, was für einen guter Läufer Patrick ist. Er ist fantastisch."
Und es wird ein Duell, ein Zweikampf, werden, denn zwei andere starke Läufer mussten absagen: Gilbert Yegon und Samuel Kosgei aus Kenia laufen nicht mit. Für Haile zähle nur die Zeit, zu stark sei der Nachwuchs. "Zeiten ändern sich", sagt Haile im Stile eines Zen-Buddhisten. Die Laufszene hofft, dass sich auch die Weltrekordzeit ändert. Die Zeichen dafür sind nahezu ideal: Der Weltrekordler braucht eine schnelle Zeit und der junge Herausforderer ist einer der stärksten Finisher der Welt. Zudem soll das Wetter gut werden, und dass Berlin schnell ist, weiß auch jeder.
"Wir werden es am Sonntag sehen", sagt Haile. Die Welt wird dabei sein.
Das Frauenduell: Paula gegen Irina
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