16 Juni 2010 02:00
Ernährung
Nur glückliche Läufer sind gute Läufer. Deswegen sollten wir uns auch mal was Leckeres gönnen. Ungesund? Ist alles relativ. Ernährungsexpertin Ute Gola verrät die Wahrheit über Hamburger, Pommes und Bier.
Hamburger
sind auch nichts anderes als die gute alte Frikadelle – in zugegebenermaßen meist etwas pappigen Brötchen. Rindfleisch ist eine gute Vitamin-A-Quelle, enthält Eisen und konjugierte Linolsäuren (CLA) – und die sollen laut neuesten Studien unter anderem vor Krebs schützen.
Pommes
Traditionell hergestellt, ähneln sie der Butterstulle. Sie liefern Mineralstoffe, Stärke und enthalten darüber hinaus noch Vitamin C. Und wenn die Fritten in wirklich gutem Fett gebraten worden sind, laufen wir das Frittenfett einfach weg. Wenn nicht, lieber Hände weg, das Transfett-Risiko ist dann zu groß.
Obst
Galt bis ins Mittelalter, dass Obst schlechtes Blut verursache, steht heute fest: Obst ist gesund, weil vitaminreich. Unsere nordeuropäischen Vorfahren haben sich allerdings eher auf Gemüse konzentriert, um Vitamine zu bekommen. Gerade wer läuft, kann Obst gut verstoffwechseln. Ohne "was Richtiges" dazu, macht Obst jedoch Heißhunger. Und zu viel Fruchtsäure quält den Läufermagen.
Bier und Wein
Alkohol ist kein notwendiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Was jedoch über 100 wissenschaftliche Studien aus den letzten 30 Jahren belegen: Menschen, die regelmäßig Alkohol in kleinen Mengen und im Rahmen eines ausgewogenen Lebensstils genießen, sind durchschnittlich gesünder oder leben länger als die, die darauf verzichten. Es gilt aber: Alkohol immer nur in kleinen Mengen, sonst rafft Dich der Suff bald dahin.
Müsli
Getreideflocken sättigen anhaltender als ein Marmeladenbrötchen, lautet ein Dogma der Vollwertlehre. Fakt ist aber, dass Cornflakes nicht gleich Müsli sind und Müsli nicht gleich Vollkornmüsli. Bei Cornflakes kommt der Hunger schnell wieder zurück. Es gibt aber auch Leute, die Vollkorn nicht vertragen und gerade beim Laufen Magendrücken bekommen.
Margarine
schützt das Herz, hieß es früher in jedem Ernährungsratgeber. Gut gesichert ist, dass pflanzliche Öle für den Körper zum Teil notwendig (essentielle Fettsäuren) und auch gesund sind. Einige Margarinesorten haben in den vergangenen Jahren ihren guten Ruf eingebüsst, weil sie zu viel Transfettsäuren enthielten. Fette sollten unter dem Gesichtspunkt ihrer Zusammensetzung (gesättigt/ungesättigt) betrachten werden. Das ist allemal sinnvoller, als tierische Fette pauschal zu verteufeln und pflanzliche zu loben. Die "gute Butter" gibt es übrigens wirklich. Damit sie entsteht, müssen allerdings die Kühe artgerecht gefüttert werden.
Eier
Das tägliche Frühstücksei ist keineswegs schädlich – solange man keine Fettstoffwechselstörung hat. Zwar enthält das Eigelb Cholesterin (das der Körper übrigens zum Aufbau seiner Zellwände durchaus braucht). Aber es liefert auch zusätzlich eine Menge Vitamine und sogar ungesättigte Omega-3-Fettsäuren.
Haushaltszucker
gilt als Hauptverursacher von Zivilisationskrankheiten. Sicher, er schadet den Zähnen und enthält als weißer Zucker auch überhaupt keine Mikronährstoffe und Vitamine mehr. Aber mehr kann ihm auch nicht angelastet werden. Eine Süßigkeit bei langen Läufen hilft der Ausdauer allemal. Nur nicht vergessen: Zucker hatte eine Menge Kalorien, wer sich nicht bewegt, kann auch von Zucker dick werden.

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