17 Juni 2010 02:00
Wer früher an Herzschwäche litt, dem wurde strikte Schonung verordnet. Heute raten Ärzte immer häufiger zu Bewegung. Medizinexperte Fernando Dimeo erklärt, warum.
Weil wir immer älter werden, steigt die Zahl der Menschen, die im Alter an Herzschwäche leiden. Doch regelmäßige Bewegung und leichter Sport können helfen, ein geschwächtes Herz-Kreislaufsystem wieder zu stärken. Das rät Professor Gerd Heusch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DKG). Wichtig ist allerdings, dass die Belastung moderat bleibt und vorher ein Arzt konsultiert wurde.
Auch Dr. Fernando Dimeo, Sportarzt an der Berliner Charité, ist von Therapiemöglichkeiten durch Sport überzeugt:
"Derzeit findet in der Medizin ein Paradigmenwechsel statt. Früher lautete die übliche Empfehlung für Patienten mit chronischen Erkrankungen, sich zu schonen und auszuruhen. Dadurch konnten die Patienten Beschwerden wie Luftknappheit, Muskelschmerzen oder Erschöpfung vermeiden.
Aber diese Einstellung widerspricht der Volksweisheit: Wer rastet, der rostet. Und diese Patienten rosteten langsam vor sich hin. In den letzten zehn Jahren haben zahlreiche Untersuchungen die positiven Auswirkungen von körperlicher Aktivität auch bei Herzpatienten belegt. Denn das Herz ist auch ein Muskel: Regelmäßige Übung kräftigt das Herz genauso wie die Oberschenkel- oder Brustmuskulatur. Aus diesem Grund gibt es immer mehr Sportgruppen für Patienten mit Herzschwäche."
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