23 Juni 2010 02:00
Der Bergmarathon in England endete für einige Starter mit einer Unterkühlung. Der Mediziner Dr. Dirk Pajonk erklärt auf Achim-Achilles.de, welchen Gefahren die Läufer ausgesetzt waren.
Achim-Achilles.de: Wie reagiert der Körper bei extremen Belastungen auf Kälte?
Dirk Pajonk: Der Organismus ist erschöpft, geschwächt und braucht Energiezufuhr. Der Kreislauf ist einer massiven Belastung ausgesetzt und zentralisiert. Das heißt, der ganze Blutlauf reagiert auf den Schockzustand und das Blut fließt in die Organe, die unbedingt lebensnotwendig sind. Je größer die Unterkühlung ist, desto schlechter sind dann Bewegungs- und Reaktionfähigkeit.
Achim-Achilles.de: Wie lässt sich eine Unterkühlung behandeln?
Pajonk: Durch warme Decken, Badewanne, viel warme Flüssigkeit und Infusionen. Eine leichte Unterkühlung ist kein Drama, ein bisschen Aufpäppeln und eine Nacht im Krankenhaus, dann hat das der Körper auch schon verkraftet.
Achim-Achilles.de: Ist ein Marathon bei schlechtem Wetter generell gefährlich?
Pajonk: Wer als Hobbysportler bei so einem Rennen startet, sollte sich einmal die Frage stellen: Warum tue ich so was? Die Leute haben alle mal mit dem Sport angefangen, um ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Auch wenn trainierte Läufer so ein Extremrennen gut schaffen können – gesund ist das nicht mehr. Klar ist, dass sich die Sportler vom schlechten Wetter nicht abhalten lassen wollen. Ein Start liegt aber immer in der Verantwortung des Veranstalters.
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