02 Dezember 2011 00:00
Achilles-Leser Alexander ist ambitionierter Triathlet und von Verletzungen geplagt. Als angehender Mediziner fragt er sich: Warum kann kein Sportarzt helfen? Doch zum Glück bietet Sportmediziner Dr. Matthias Marquardt seine Hilfe an.
Servus Achim Achilles!
Als angehender Mediziner und Triathlon-Rookie mit höheren Ambitionen frage ich mich manchmal, was das für Ärzte sind, diese "Spooocht-Medizinääär". Denn das Prädikat "Sportmediziner" verdient sich bei weitem nicht jeder, wenn man meine Leidens-Odyssee betrachtet.
Als junger Athlet sollte man mit 21 Lenzen unter Normalbedingungen nicht mit dauerhaften Verletzungsproblemen zu kämpfen haben. Natürlich ist man im Leistungssport vor kleineren, traumatischen Verletzungen nicht verschont, sei es infolge zur harter Trainingsbelastungen, falscher Periodisierung, zu geringer Regeneration oder ungewohnten Veränderungen der Trainingsimpulse ans Binde-und Stützgewebe.
Wenn man aber schon jetzt ein Dauerkanditat für Verletzungen aller Art ist, so fragt man sich: Was macht man bloß falsch? Sehen so etwa Krüppel-Beine aus? Ich bin 21 Jahre, mit Körpermaßen von 1,83m bei 66kg und einem KFA von <8%, akribischer Ernährungsplanung, konsequentem Stabilisations-Training usw. Die Verletzungs-Odysseen bleiben aber nicht aus. Als Neueinsteiger im Triathlon sehne ich mich innigst nach konsequent durchgeführtem Lauftraining; meine Team-Kameraden unserer sehr jungen Triathlon-Mannschaft entwickeln sich von Saison zu Saison nach vorne in neue Leistungs-Sphären – kein Wunder dass unsere Mannschaft in die 1.Triathlon Bundesliga aufgestiegen ist.
Ich bin hingegen zur Stagnation verdammt – warum nur? Weil innerhalb meiner bereits 15 monatigen Leidens-Odyssee sehr viele vermeidlich fachkompetenten Ärzte sehr viel gesagt haben, nur leider ohne Inhalt. Warum? Kennen Sie etwa nicht den menschlichen Bewegungsapparat genauso so wie ich ihn im anatomischen Leichen-Präparier-Kurs ein ganzes Semester lang mit feinster 1348 Seiten starker Abend-Lektüre kennen lernen durfte? Ein Telefonbuch auswendig zu lernen ist das eine, es aber auch zu verstehen ist eine andere Sache. Die funktionelle Anatomie, die myofaszialen Bewegungs-Ketten, die bei einem Bewegungs-Zyklus ausgeführt werden, muss man kennen als Sportmediziner. Denn häufig liegen orthopädische Beschwerden in einer Störung oder gar Überlastung des Bewegungs-und Stützgewebes innerhalb dieser Kette.
"Spoooocht-Medininääääär", die diese funktionelle Betrachtung nicht drauf haben, handeln nach fest geschriebenem Abhandlungs-Schema. DAWOS nennt sich die Strategie, also "da-wo's-weh-tut". Und wird da nichts gefunden, dann saugt man sich halt irgend einen Quatsch aus den Fingern, verpackt es in schönem medizinischen Latein, damit der Patient gar nicht erst kapiert worum's geht. Mich wird keiner mehr auf die Schippe nehmen, denn ich studiere ja scheinbar das Selbe wie diese ganzen Experten auch. Scheinbar, denn irgend wie frage ich mich, warum diese vielleicht einst leidenschaftlichen Jung-Ärzte mit ungebremsten Wissenshunger heute so abgestumpft sind.
War bin ich so wütend? Weil mir eben solche Ärzte meine Verletzungs-Odyssee unnötig verlängert haben, anstatt mich direkt zum Handeln zu bringen. Muss man denn erst anfangen, Medizin zu studieren um zu verstehen was so ungefähr bei mir nicht stimmt? In eigener Sache möchte ich daher die Redaktion von Achim-Achilles.de bitten, einen versierten Sportorthopäden und Natural-Running Experten auch in diese Diskussion mit einzubringen. Es wäre schön, wenn mir ein Sportmediziner seine Meinung kundtut, anstatt all die ganzen "Spochtmedizinääär".
Ich habe viel Gutes von Herrn Dr. Matthias Marquardt gelesen und gehört, zahlreiche Profis schwören auf ihn und seine Fähigkeiten. Solange ich Student bin, habe ich noch die Möglichkeit, den Sprung in den professionellen Amateur-Triathlon-Sport zu schaffen. Diese Erfahrungswerte würden mich ein Leben lang begleiten und wären eine großartige Lebensbereicherung. Wer hat denn solch eine Chance etwas im Sport aus sich zu machen? Von daher, egal wie viel Geld es mich kosten würde, ich will und werde hoffentlich einen Termin beim Herrn Dr. Marquardt bekommen.
Sportliche und vorweihnachtliche Grüße,
Alexander
Dr. med. Matthias Marquardt, Triathlet und Marathonläufer, beschäftigte sich nach hartnäckigen Verletzungen ausführlich mit der Frage nach der besten Lauftechnik. Das von ihm entwickelte Konzept des „natural running“ gibt der Spezialist für Bewegungsanalyse inzwischen an zahlreiche Sportler weiter. Läufern ist Marquardt vor allem bekannt als Autor der Bücher „Die Laufbibel“ und "77 Dinge, die ein Läufer Wissen muss".Lieber Kollege in spe,
ich würde sagen: geile Venenzeichnung an den Beinen! Hut ab!
Ich weiß nicht, ob ich Sie gesund machen kann. Ich kann nur sauber meine Arbeit machen und all meine Erfahrung für Sie einsetzen. Dann werden wir beide besprechen, was geht und was nicht. Am Ende ist Fingerspitzengefühl wichtiger als irgendeine Torsionskraft, aber natürlich müssen wir Ihre Biomechanik zuvor verstanden haben!
Mein Terminkalender ist eine Katastrophe, das weiß ich. Ich versichere Ihnen aber, dass meine Assistenz Ihnen so schnell wie möglich einen Termin zukommen lässt. Sie sind auf der Liste und werden bei der nächsten Lücke angerufen.
Solange gilt: Athletiktraining (Tipp vom Doc) und Ackerschachtelhalm rauchen (Tipp von Achim).
So. Bis bald.
Dr. Marquardt – der Landarzt unter den Sportmedizinern.

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Lange Rede, kurzer Sinn. Untersuchen lassen, nicht wundern und genauestens an das halten was anschließend vereinbart wird, dann klappt's
Alles gute!