31 März 2011 00:00
Was sollten Läufer mit Heuschnupfen beachten? Auf's Laufen verzichten? Oder weiter machen wie bisher? Auf Achim-Achilles.de erklären Mediziner die Leiden der Allergiker.
Der beste Trainingszeitpunkt
Wer unter einer Pollenallergie leidet, sollte seine Trainingszeiten nach den Vorhersagen des Polleninformationsdienstes richten. Unmittelbar nach einem längeren Regenschauer ist für Allergiker aber generell ein guter Zeitpunkt für ein Training. Dann ist die "Luft reingewaschen", sagt der Allergologe Dr. Horst Müsken. Zudem erleichtert die feuchte Luft das Atmen. Temperaturen um den Gefrierpunkt dagegen sind nicht gut. Die kühle Luft kann bei Allergikern zu Atemnot führen.
Wann sollten Allergiker nicht trainieren?
Wer beim Laufen Atemnot bekommt, sollte dringend damit aufhören. Wenn der Körper nicht ausreichend Sauerstoff aufnehmen kann, verpufft nicht nur der Trainingseffekt. Im schlimmsten Fall kann es zu Hyperventilation und Ohnmacht kommen. Ein besonders ungünstiger Zeitpunkt, um zu laufen, ist bei einsetzendem Regen. Mit dem Niederschlag werden Pollen aus höheren Luftschichten nach unten gedrückt – ihre Konzentration in der Luft erhöht sich, erklärt Prof. Karl-Christian Bergmann von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst.
Erhöhte Krankheitsanfälligkeit
Allergiker sind weniger belastbar als gesunde Sportler und machen häufig schneller schlapp. Je intensiver das Lauftraining ist, umso mehr steigt die Belastung für die Lunge. "Nicht nur die Ausdauer des Läufers leidet unter dem Heuschnupfen. Der Körper ist generell anfälliger und bringt weniger Leistung als ein gesunder", sagt Prof. Torsten Zuberbier vom Allergie-Centrum-Charité in Berlin. Mangelnde Konzentrationsfähigkeit kann eine Folge sein. Durch den Heuschnupfen ist außerdem die Nasenschleimhaut anfällig für Krankheitserreger. Es besteht das Risiko, sich die Nasennebenhöhlen oder das Mittelohr zu entzünden. Rund 20 Prozent der Bevölkerung leiden nach Angaben von Müsken unter einer Allergie.
Laufen tut der Lunge gut
"Allergikern ist das Laufen unbedingt zu empfehlen", sagt Allergologe Müsken. Ein Fehler sei es, Betroffene zu "invalidisieren". "Powern unter ärztlicher Anleitung", lautet sein Credo. Denn durch regelmäßiges, nicht zu intensives Training verbessert sich die Atemmuskulatur. "In manchen Fällen vergrößert sich sogar das Lungenvolumen." Bei Allergikern genauso wie bei gesunden Läufern. Die Lunge ist bei einem Heuschnupfen-Leiden zwar sensibler und anfälliger für eine Asthma-Erkrankung. Dennoch kräftigt das Lauftraining auf lange Sicht Atmung und Lunge.
Medikamente und Trainingsalternativen
Wer bereits Medikamente gegen den Heuschnupfen nimmt, sollte auch während des Trainings davon Gebrauch machen. Wem die Medikamente nicht weiter helfen, sollte einen Arzt konsultieren und kurzzeitig auf das Training verzichten. Wer das nicht will, sollte das Training soweit einschränken, dass keine akute Gesundheitsgefährdung zu befürchten ist, raten Experten. Eine Alternative zum Laufen in der Natur bietet das Training im Fitnessstudio. Schwimmen oder Aqua-Jogging sind ebenfalls pollenfrei und leistungsfördernd.
Ganz wichtig: Duschen
Die Dusche ist nach dem Laufen für Allergiker wichtiger als für andere, weil sich der feine Blütenstaub am Körper absetzt. Eine Nasendusche empfiehlt sich ebenfalls. Unbedingt sollte auch die Kleidung gut ausgeschüttelt oder gleich gewaschen werden – sonst ist auch die Wohnung voller Blütenpollen.
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