12 April 2010 02:00
Am 12. September feiert die Welt "2500 Jahre Marathon" – und am selben Tag findet der Münster-Marathon statt. Auch Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt und Läufer, hat eine besondere Beziehung zu Westfalens größtem Lauf-Event.
Achim-Achilles.de: Herr Lewe, am 12. September feiert die Welt "2500 Jahre Marathon" – und in Münster, Ihrer Stadt, wird am selben Tag Marathon gelaufen. Warum sollte jeder Läufer dort starten?
Markus Lewe: Weil Münster die Läuferstadt Nummer 1 ist und die Route des Münster-Marathons an allen Besonderheiten unserer Stadt entlang
führt: dem Schloss am Hindenburgplatz, der historischen Altstadt und
über die einzigartige Promenade, den Grüngürtel Münsters, der sich um
die Stadt zieht und die Läufer schließlich mitten in die Fußgängerzone
bringt.
Achim-Achilles.de: Woran zeigt sich, dass Münster so läuferfreundlich ist?
Lewe: Hier gibt es unglaublich viele Wege durch die Natur. Man kann sogar mitten in der Stadt durchs Grüne laufen. Außerdem muss man als Läufer keine Angst haben, dass man von einem Hund in die Wade gebissen wird oder in einen Hundehaufen tritt. Das haben wir in Münster gut im Griff.
Achim-Achilles.de: Welchen Stellenwert hat der Münster-Marathon für die Stadt und die Region?
Lewe: Einen enorm hohen. Wir sind stolz, zweitbeliebtester Lauf in Nordrhein-Westfalen zu sein und fühlen uns auch auf Platz 11 aller internationalen Läufe sehr wohl.
Achim-Achilles.de: Was ist Ihr ganz persönlicher Münster-Marathon-Moment?
Markus Lewe: Einmal bin ich in einer Promi-Staffel als dritter Läufer gestartet. Als ich den Staffelstab übergeben sollte, war aber niemand da. Wir haben dann den vierten Läufer mit dem Handy angerufen und mussten drei Minuten auf ihn warten.
Achim-Achilles.de: Wenn Sie nicht gerade beim Münster-Marathon laufen – wo können die Münsteraner ihren OB schwitzen sehen?
Lewe: Meistens laufe ich verkleidet, deshalb wird man mich nicht sofort erkennen. Am liebsten laufe ich um den Aasee. Da sind immer
viele Läufer unterwegs – es ist ein einzigartiges Läuferparadies.
Achim-Achilles.de: Laufen Sie, um Ihr Gewicht zu reduzieren?
Lewe: Ja, das war einer der Gründe, warum ich damit angefangen habe.
Achim-Achilles.de: Fällt es Ihnen denn schwer, auf Süßigkeiten zu verzichten?
Lewe: Wenn ich mich in einer angenehmen Gesellschaft befinde, ist die Gefahr groß, dass ich zu Sahne greife. Aber zu einem schönen Stück Obstkuchen gehört nunmal ein kräftiger Schlag Sahne. Im Winter ist der Christstollen die größte Klippe, die ich umschiffen muss. Ich bekomme jedes Jahr drei Christstollen. Da muss ich sehr vorsichtig sein.
Achim-Achilles.de: Was gibt Ihnen das Laufen noch?
Lewe: Entspannung, das Erlebnis in der Natur. Ich laufe nur draußen, nie auf dem Laufband. Laufen ist für mich eine andere Art nachzudenken.
Achim-Achilles.de: Was geht Ihnen beim Laufen durch den Kopf?
Lewe: Ich denke über Gott und die Welt nach, über Politik, über meine Stadt und die Zukunft, aber oft auch über ganz banale Dinge wie zum Beispiel die Hausaufgaben der Kinder.
Achim-Achilles.de: Wie oft trainieren Sie?
Lewe: Zurzeit leider nur ein Mal in der Woche. Wenn es die Termine wieder zulassen, laufe ich zwei bis drei Mal pro Woche.
Achim-Achilles.de: Also haben Sie Ihren inneren Schweinehund ganz gut im Griff?
Lewe: Als ich vor zwei Jahren mit dem Laufen angefangen habe, musste ich mich sehr überwinden. Es ist heute noch so, dass die ersten zehn Minuten einfach Grütze sind. Aber danach geht es. Für mich ist das Laufen keine Frage der Überwindung, sondern eine Frage der Zeit.
Achim-Achilles.de: Wie meinen Sie das?
Lewe: Jeder Lauf kostet mich mindestens eineinhalb Stunden, das muss gut geplant sein. Und es macht ja keinen Sinn, schweißüberströmt zu einer Sitzung zu kommen.
Achim-Achilles.de: Das hört sich so an, als ob Sie Spaß am Laufen
hätten.
Lewe: Absolut. Ich bin ja kein Selbstquäler.
Wie läuft's ... Dennis Gastmann?

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