18 Juni 2010 02:00
Sportmoderator Wolf-Dieter Poschmann schwört auf eine ordentliche Belohnung, um sich das Laufen schmackhaft zu machen. Damit ist er so fit, dass seine Zeiten für jeden Endlauf einer Deutschen Meisterschaft reichen würden.
Wie läuft's, Herr Poschmann?
Zurzeit habe ich wegen einer Fernsehsendung viel um die Ohren. Es läuft ganz gut.
Wann und warum haben Sie mit dem Laufen angefangen?
Das war 1964, mit 13 Jahren. Bin über das Fußball-Training dazu gekommen.
Wieweit haben Sie es beim ersten Mal geschafft?
Beim Fußball war ich nie ein großer Techniker, hatte aber eine gute Kondition und bin beim ersten Mal gleich acht Kilometer gelaufen.
Wo tut's nach dem Laufen am meisten weh?
In jüngster Zeit vor allem im Rücken. Die Augen schmerzen auch manchmal, wenn ich eine schwache Zeit von der Uhr ablese.
Auf welche Leistung sind Sie besonders stolz?
15 Jahre lang zur nationalen Spitze zu gehören. Noch heute laufe ich Zeiten, die für jeden Endlauf einer Deutschen Meisterschaft reichen würden.
Wie viele Kilometer laufen Sie pro Woche?
40: Vier mal zehn Kilometer regelmäßig.
Wie tarnen Sie sich beim Laufen?
Bei mir ist keine Tarnung notwendig. Meine schmerzverzerrte Grimasse ist besser als jede Tarnung oder Maske.
Wie viel Paar Laufschuhe haben Sie in Ihrem Schrank?
Mehr als zehn Paar.
Die schönste Strecke, die Sie je gelaufen sind?
Das war verbotener Weise auf dem Gelände des Golfclubs Half Moon Bay, südlich von San Francisco, direkt an einem Pazifiksteilhang.
Ihr skurrilstes Läufer-Erlebnis?
Bei einem ernstzunehmenden 10-km-Lauf in Porz (bei Köln): Die Strecke führte durch einen Schlosspark, ich hatte einen guten Vorsprung und lag in Führung. Plötzlich stand ich vor einem verschlossenen Tor und dachte, ich hätte mich verlaufen, bis der verschlafene Torwächter herbeischlurfte. Schimpfend öffnete er das Tor – er hatte vergessen, das Tor zu öffnen. Die Situation war wie Kabarett, das Verhalten des Wächters wie aus einem Film. Als ich endlich durch das Tor konnte, hatten mich die anderen Läufer schon eingeholt. Ich lief als Zweiter ins Ziel.
Warum sollte jeder laufen?
Weil man sich danach so wohl fühlt und Probleme lassen sich einfach weglaufen. Außerdem finde ich es sehr gut, immer auf dem Laufenden zu sein.
Warum sollte man auf keinen Fall laufen?
Wenn man mitten in der Vorbereitung für einen Sumo-Ringkampf ist und jedes Gramm auf den Rippen bitter nötig hat.
Wovor haben Sie am meisten Angst beim Laufen?
Dass meine Zeiten durch eine mir unbekannte Macht schlechter werden.
Was ist Ihr bevorzugtes Dopingmittel?
Ein Stück Pflaumenkuchen mit Zucker und fettreduzierter Sahne. Dazu eine Kanne japanischer Grüntee (Harmonie) mit einem Löffel Honig – gerührt, nicht geschüttelt.
Wie läuft's ... Peter Kloeppel?
Wie läuft's ... Achim Achilles?

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