23 August 2010 02:00
Achim Achilles hatte drei Triathlon-Neulinge für den Berlin-Man 2010 vorbereitet. Alle drei kamen ins Ziel – nur ihr Lehrmeister selbst nicht. Jetzt erzählt Debütantin Jaqueline, wie das Sport-Spektakel für sie gelaufen ist.
Nach der Mitteilung, dass ich den Startplatz habe, dachte ich: Oh Gott, warst du leichtsinnig! Später dann: Da musst du jetzt durch! Am Abend vor dem Triahtlon suchte ich dann alle sieben Sachen zusammensuchen, schnibbelte das Gummi für die Startnummer zurecht; einmal Probewechseln, die alte Schwimmbrille passte noch, mir iwar etwas mulmig im Magen.
Am Morgen in der S-Bahn: Ach, da sind schon einige Mitkämpfer. In der Wechselzone ist alles generalstabsmäßig vorbereitet, prima! Auch das Wetter: bestens organisiert! Sonnenschein und fast windstill. Meine Mitstreiter Luzie und Ludwig sind auch schon da, also Glück wünschen und startklar machen. Zehn Minuten vor dem Startschuss: runter ins Bad zum Start, jetzt nur nicht wuschig machen lassen. Das Wasser ist angenehm warm.
Startschuss: jetzt aber los! Uhr starten und nicht abdrängeln lassen. An der ersten Boje wird es dann doch etwas eng. Millionen kleine grüne Algenteilchen flitzen wie Sternenregen an der Schwimmbrille vorbei. Wieviele ich davon in meinem Badeanzug einfange und mit auf die Strecke nehme? Ach, denk lieber an die Technik: Wasser weit vorn fassen, unterm Bauch bis zur Hüfte lang durchziehen. Links und rechts atmen, dann klappt es auch besser als befürchtet mit der Orientierung.
Ups schon fertig? Jetzt die Stufen hoch und aufpassen, bloß nicht die Zehe an einer Stufe oder Wurzel stoßen, noch ein paar pieksige Steine , dann habe ich's geschafft.
In der Wechselzone: jetzt bloß nicht in den Klamotten verheddern! Das Handtuch benutze ich als Fußabtreter, dann rein in die Socken und Schuhe, ab gehts rauf aufs Rad. Es rollt fast wie von allein. Ein paar Mädels überhole ich. Viele Männer überholen mich, die dürfen das. Lustig, wie die alle heißen. Statt der Startnummern stehen die Vornamen groß auf dem Rücken. Eine gute Abwechslung. Achtung, unbekannte Svenja, ich komme! Bei den Bergen überholen wir beide uns gegenseitig ein paar mal. Da heißt es drannbleiben und nicht ausruhen! Danke fürs anspornen.
Aber: nicht pennen bei dem Tempo! Eine Rechtskurve nehme ich etwas zu schnell und schon gerate ich auf die andere Straßenseite. Zum Glück gibt's keinen Gegenverkehr, puh, das ist gerade noch mal gut gegangen. Jetzt für den Rest hohe Trittfrequenz und locker bleiben!
Wieder beim Wechsel: das geht ja fix, nur den Helm abwerfen, ein Schluck Wasser und ab. Nach dem Wechsel: Was ist das denn? Beine wie Blei! Knie hoch, Kopf hoch, Schultern zurück! Bei Kilometer eins habe ich immernoch keinen Rhythmus gefunden. Kie hoch, Kopf hoch!-Kilometer zwei: immernoch kein Rhythmus. Find dich damit ab, sage ich mir, es wird so bescheiden bleiben. Bei Kilometer vier ist schon Musik zu hören das Ziel naht, aber es gibt kaum noch Reserven, die Herzfrequenz steigt rasant aber das Tempo nicht.
Die letzten 200 Meter: Da geht doch noch was! Zuschauer, Gejohle, Anfeuern, wow ...
Endlich im Ziel: Es ist unbeschreiblich! Das muß er sein, der Kick, den sie alle wollen.
Erst mal genießen ...

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