22 Juni 2010 02:00
Charlotte ist fast 30, ein klein wenig zu dick und war im Schulsport immer die Letzte. Laufen? Nur, um den Bus nicht zu verpassen. Doch jetzt hat sie ein großes Ziel: Von Null auf 21,1 Kilometer in vier Monaten. Auf Achim-Achilles.de schreibt sie, wie sie das schaffen will.
Ein Wahnsinn: Ich habe mich für den Halbmarathon in Berlin angemeldet. 5. April, der Tag der Tage, nur noch ungefähr 70 Mal schlafen. Warum habe ich mir das bloß angetan?
Ganz klar: Achim ist schuld. Wenigstens ein bisschen. Vor einigen Wochen begann ich nämlich, der Achim-Achilles-Community ab und zu von meinen Trainingsfortschritten zu berichten. Ganz arglos. Doch auch Big Achim las mit. Jetzt wünscht er sich, dass ich von meinen Erlebnissen auf dem Weg zum großen Rennen berichte. Nun gibt es kein Zurück. Öffentlichkeit verpflichtet.
Im Frühherbst war ich nicht mehr als eine gemütliche Spaziergängerin. Höchstens mal 6,5 km/h schaffte ich auf dem Laufband im Fitnessstudio. Klar, dass ich mir nach einigen Wochen dabei recht albern vorkam. Wozu Fitnessstudio, wenn ich eigentlich auch vor dem Haus bisschen hin und her schlendern kann?
Mitte Oktober deshalb der Entschluss: Charlie, es hat sich ausgeschlendert! Ein Trainingsplan musste her. Das beeindruckende Papier schrieb Intervalle vor. Interessant, die kannte ich noch vom Flötenunterricht. 5 x 1 Minute langsam laufen und dazwischen 1,5 Minuten Pause. Hm, fühlte sich im Fitnessstudio eher komisch an, erst rennen und dann auf dem Band rumstehen. Machte ich etwas falsch? Würde man mich gleich als Hochstaplerin enttarnen und aus dem Studio jagen?
Irgendwann kam ich dahinter, dass mit „Pause“ einfach „gehen“ gemeint war und nicht stehenbleiben. Kurz vor Weihnachten dann ein Meilenstein der Sportgeschichte, ich lief zum ersten Mal in meinem Leben fünf Kilometer am Stück. Und zwar ohne zwischendurch „Pause“ zu machen, weder gehend noch stehend. Kaum war das geschafft, meldete ich mich Anfang Januar hochmotiviert zum Halbmarathon an. Lieber Übermut als gar kein Mut. Maisch, Mikitenko, Mockenhaupt, ihr könnt alle einpacken!
Klingt alles recht wahnsinnig. Doch ich bin wild entschlossen, Kraft meines Willens diesen Halbmarathon zu schaffen. Und zwar bevor mich die Stadtreinigung wegfegt.
Bis nächste Woche, Charlotte

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