23 Juni 2010 02:00
Die Achilles-Leser Mathias und Holger haben ein ehrgeiziges Ziel: Olympia 2024. Der Weg dorthin ist steinig und nass – am Wochenende stand der Triathlon in Hamburg auf dem Programm. Ein Wettkampfbericht.
Nervendes Weckergeläute, Stöhnen, dann der Blick auf den Wecker: 4:45 Uhr! Für klassische Frühaufsteher wie mich ist das der absolute Horror. Warum muss das AP Team nur schon um 7:20 Uhr beim City Man in Hamburg starten? Und dann noch nicht einmal Frühstück im Hotel. Wahrscheinlich schläft jetzt der Chef de la Buffet noch den Schlaf der Gerechten und träumt von Orangensaft und Müslivariationen.
Aber was soll es: Wenn man die Triathleten-Stars Mathias "Fastrace" Weber und Holger "Longleg" Schmidt sehen will, muss man das in Kauf nehmen. Doch gekauft ist nicht genug. Zu allem Überfluss regnet es auch noch am Morgen. Doch auch das wird ignoriert. Nur noch die letzten Vorbereitungen treffen und dann auf das Rad und in die U-Bahn Station. Hier noch die Schlägerei auf dem Nebengleis ohne eigene Blessuren überstehen und dann rein in die Bahn. Denn um 6:15 Uhr heißt es schon für die AP-Jungs einchecken und für die erste Etappe, das Schwimmen, bereit machen.
Nach dem Genuss von vollmundigen Energieriegeln machten sich Fastrace und Longleg dann um 07:00 Uhr im Vorstarterbereich mit Trockenübungen verbaler Art warm: Wer ist hier auf die bescheuerte Idee gekommen, das warst doch du, oder? Nach kurzem humorvollem Scharmützel schritten beide in die Starterzonen und begaben sich in das 20 Grad warme Wasser. Wer hier einen Neoprenanzug trug, war selber schuld. Mathias hatte hierfür deutliche Worte gefunden, die hier aber aus Gründen des Jugendschutzes nicht weiter ausgeführt werden.
Mit dem Startsignal um 7:20 Uhr ging es spritzig los. Es dauerte bis 7:56 Uhr bis Holger im Zielbereich auftauchte und die unterstützenden Hände der zahlreichen Helfer dankend ergriff. Seine ersten Worte nach den 1.500 Meter Schwimmen: "Ich bin da, angekommen, danke." Knapp dahinter hatte es um 7:57 Uhr auch Mathias geschafft. In der Wechselzone wurde Holger dann auch von Mathias überholt, da es noch zeitraubende Suchaktionen nach der Radbrille gab. Aber auch das wurde mit Humor genommen.
Mathias sprintete derweilen zum Radstart, schwang sich auf sein Rad und brauste los, um die 40 Kilometer zu bezwingen. Nun verschwanden beide AP-Athleten für 01:20 Stunden und rasten den Parcours entlang. Dort wurden sie nur von den Fahrern mit Zeitfahrrädern überholt; damit war dies eine reine Sache des Materials, was Holger auch beständig während der Überholmanöver verbal zum Besten gab. Um 09:25 Uhr tauchte Longleg Schmidt dann im Zielbereich wieder auf und hatte die zweite Etappe bewältigt.
Diesmal mit weniger Problemen in der Wechselzone, lief Holger der dritten Disziplin, dem 10 Kilometer Laufen, entgegen. Drei Minuten später traf auch Mathias in der Wechselzone ein und sprintete nach einem kurzen Wechsel der Schuhe los. Damit war Mathias der ungekrönte Wechselzonenkönig. Um 10:17 Uhr nach gesamt 2:57 Stunden traf Holger unter donnernden Applaus des Publikums auf der Zielgerade ein. Geschafft nahm er noch von der aufmunternden Dame seine Medaille entgegen und schrie dann seine Freude heraus.
Sieben Minuten später sauste Mathias im Sprint Mathias auf die Zielgerade, was dazu führte, dass ganze Frauenchöre auf der Tribüne anfingen zu kreischen. Es war irgendetwas dabei wie "Ich will ein Kind von Dir", aber das kann auch eine akustische Täuschung gewesen sein. Mit einer Zeit von 3:05 Stunden hatte Mathias seine kühnsten Träume weit übertroffen. Seine ersten Worte im Ziel: "Der Hammer".
Und so ist es klar, dass dies nicht der letzte Triathlon der beiden AP-Stars sein wird. Als nächstes steht nämlich schon der Hannover Triathlon im September auf dem Programm. Und auch da wird wieder live und in Farbe von den Leistungen des Perspektiv-Teams Olympia 2024 berichtet.

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