Achim Achilles empfiehlt:Keine Ausreden: Die besten Tipps, Tricks und Regeln für den sicheren Winterlauf. |
22 Juni 2010 02:00
Leser Uwe war beim Brockenmarathon dabei: Ohne Zeitdruck und unverbissen überwindete er 1000 Höhenmeter. Trotz Schürfwunden ist sein Fazit eindeutig: "Ein grandioser Lauf."
11. Oktober 2008 – der 31. Brockenmarathon. Bisher hatte ich fünf Marathon absolviert. Mit gehörigem Respekt erwartete ich auf einer Waldwiese in Wernigerode bei bestem Wetter den Startschuss zu mehr als 1000 Höhenmetern.Mein Ziel war es, aufrecht und gesund anzukommen. Meine persönliche Bestzeit hatte ich im Juni, in Bremerhaven, mit 3:47 Stunden auf der Marathonstrecke erreicht. Mein Trainingstagebuch wies bis Anfang Oktober gut 2200 km und mehr als 17.000 Höhenmeter aus. Ich fühlte mich gut und fast so aufgeregt, wie beim Marathondebüt.
Es ging prima los. Die Strecke verlief in entspannten Wellen, über herbstlichen Waldweg, über Brücken an Bachläufen entlang, bis nach Ilsenburg. Hier, ab dem magischen Kilometer 11, sollte der harte Teil des Laufs beginnen. Ich empfand die kommenden Steigungen jedoch als moderat.
Bei Kilometer 16 erreichten wir die legendäre "Panzerstrasse", ein unangenehm zu laufender Belag, der etwas steiler zum Gipfel führte. Nach kurzer Zeit stellte ich fest, dass alle Mitstreiter vom Trab in den Schritt wechselten. Da ich ja bereits festgelegt hatte, diesen Saisonabschluss so locker wie möglich anzugehen, schloss ich mich ihnen an. Es blieb Zeit, die herrliche Aussicht zu genießen. Der Brocken ist nur an wenigen Tagen im Jahr nebel- und niederschlagsfrei; während des Laufs lag Kaiserwetter über dem Harz.
Mein Kumpel Jochen und ich nutzten die Gelegenheit für ein Gipfelfoto. Nach dem ich recht entspannt den höchsten Punkt der Strecke erreicht hatte, ließ ich mich zum lockeren Bergablaufen animieren. Es war schon ein tolles Gefühl, an all den bepackten Wandergruppen in kurzer Laufkleidung vorbei zu fliegen und dabei auch noch anerkennende bis mitleidige Blicke zu ernten.
Der Rückweg wurde durch zwei kurze Anstiege bei Kilometer 30 und 35 erschwert. Dafür entschädigte allerdings immer wieder die Aussicht und das wohlige Naturgefühl. Wir liefen meist auf festen Waldwegen, die abschnittsweise mit Schotter belegt waren. Kurz vor dem Ziel wurde mir der Schotter zum Verhängnis: Gedanklich schon beim Einlösen des Biergutscheins, rollte ich mich unsanft im Gebüsch aus. Glücklicherweise trug ich nur ein paar Wunden davon und konnte ohne Probleme weiterlaufen.
Bei meinem Sturz war sofort ein Mitläufer zur Stelle, der mich aus der Hecke befreite. Überhaupt ist die Stimmung, gerade zwischen den Läufern, wunderbar. Der Brockenmarathon ist ein Landschaftslauf, dem die Verbissenheit fehlt, die oftmals auf kürzeren Strecken herrscht. An einem solchen fantastischen Tag genießt die Laufgemeinde ihren Sport, sie schweigt oder plaudert dabei, ganz nach Belieben. Die sehr gute, wenn auch gewöhnungsdürftige Streckenverpflegung (Tee, Iso, Apfel und Banane aber auch: Haferschleim, Malzbier, Leberwurst- und Schmalzbrote), fördert den Spaß an der Sache zusätzlich.
Mein Fazit: Ein toller Lauf, wenn das Wetter mitspielt sogar ein grandioser Lauf. Die Höhenmeter sind gut zu schaffen, gerade weil sie auf der ersten Streckenhälfte zu absolvieren sind.
Der Brockenmarathon ist eine dicke Empfehlung für alle, die die Uhr mal Uhr sein lassen wollen. Hier kann man mit anderen Läufern Spaß am Laufen haben und sich an der Landschaft erfreuen. Ich komme wieder!

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