23 Juni 2010 02:00
Hmmm, lecker – Achilles-Leserin Diane Schmiedel hat einen appetitlichen Vorschlag, wie Läufer das Klima retten: Kakerlaken statt Kammsteak. Sogar Hollywood-Diva Angelina Jolie knuspert schon begeistert Gliederfüßer.
„Rund 15.600 Tonnen CO2 dünsten Deutschlands Marathonis im Jahr aus“, meint Klaus Baum, „Trainingsläufe eingerechnet.“ Aha. Aber deshalb drei Wochen lang dieselben, ungewaschenen Laufklamotten anziehen?
Da brate ich doch lieber ein paar Kakerlaken statt Steak und bin somit für die nächsten Wochen klimatechnisch fein raus. Klingt etwas unkonventionell, aber schließlich schwärmt sogar Angelina Jolie in höchsten Tönen von dem – Achtung Läufer – knusprigen Proteinsnack, mit dem sie sich in Kambodscha fit hielt. Und was für eine Hollywood-Diva Haute Cuisine ist, kann für uns normal Sterbliche nicht völlig schlecht sein.
Auch vergesse man nicht die geballte deutsche und britische Prominenz, die regelmäßig in den Tiefen des australischen Dschungels vor laufenden Kameras auf allem herumkaut, das sechs, acht oder gar keine Beine hat. Gut, immer am Rande des Nervenzusammenbruchs, aber trotzdem.
Inzwischen haben sich schon so viele Berühmtheiten die Krabbeltiere zwischen ihre gebleichten Zähne geschoben, dass man sich sogar mit Recht fragen muss: Handelt es sich hierbei um einen Trend? Und: Gibt es die demnächst auch bei Aldi?
Schlecht wäre es nicht, denn die Großtierzucht zur Deckung des wachsenden Fleischbedarfs ist ein echter Klimakiller. Sie ist Schuld daran, dass der tropische Regenwald Weideflächen weichen muss und verschwendet riesige Mengen an Nahrungs- und Wasserressourcen. Und nicht nur das: Die Kuh als solche ist nichts anderes als ein schwarz-weiß-gefleckter Methanreaktor, der unablässig vor sich hin pupst. Und Methan bindet 23-mal so viel Wärme wie CO2. Die Vereinten Nationen machten in einer Studie die Viehzucht für mehr Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich als das gesamte weltweite Transportwesen.
Insekten hingegen sind von Haus aus weltweit verbreitet, was lange Transportwege überflüssig macht. Sie brauchen keine Weidefläche, lassen sich umweltfreundlich und kostengünstig ernähren, sehr leicht züchten und leben glücklich auf kleinstem Raum.
Insekten sind nahrhaft, fettarm und reich an Mineralstoffen. Manche gelten als Delikatesse. Wer sich heutzutage als umweltbewusster Kosmopolit zu erkennen geben möchte, bestellt beim Japaner „hachi-no-ko“, gekochte Wespenlarve. Sushi führt nämlich zur Überfischung der Meere und ist so was von gestern.
Für den Muskelaufbau sind Insekten ebenfalls gut geeignet, denn sie enthalten ausreichend Protein. Kakerlaken enthalten sogar dreimal soviel Eiweiß wie Rindfleisch und Hühnchen. Zugegeben, ihr Geschmack lässt ein wenig zu wünschen übrig. Ein bisschen wie Shrimps mit einem Hauch von Ammoniak. Außerdem haben sie einen leicht bitteren Nachgeschmack. Aber den hat Leberwurst schließlich auch. Also bitte nicht jammern. Wir müssen alle Opfer bringen.
Überzeugt? Dann mal ran an den Kochtopf! Was man zur Vorbereitung wissen muss und Rezepte kann man bei mir anfragen. Einfach E-Mail schicken an:
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Schampus mit Mr. Four-minute-mile

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