21 März 2011 14:02
Der allererste Wettkampf – und dann gleich sowas: Achilles-Leser Schmott wollte eine mehrjährige Vorbereitung mit dem Auftritt beim BraveheartBattle krönen. In seiner Leserreportage schreibt er, was er auf dem Weg zum großen Finish alles einstecken musste.
"Schmerz ist Schwäche die den Körper verläßt" – dieser Spruch steht auf dem T- Shirt meines Hintermannes am Start des Braveheartbattle 2011. Der Spruch brennt sich ein, motiviert und verängstigt mich zugleich. Bin ich der Strecke gewachsen? War es richtig, sich überhaupt so einen Event als ersten Laufwettbewerb auszusuchen? Habe ich ausreichend trainiert? Solche und ähnliche Fragen gehen mir während der Wartezeit auf den Startschuss durch den Kopf. Doch jetzt ist es zu spät für Bedenken, ich stehe in der ersten Reihe der zweiten Startwelle, die Läufer der ersten Startgruppe sind längst weg – vor mir freie Sicht auf die ersten Hindernisse.
Der Rennleiter hebt den Arm für den Startschuss. Die Bedenken verfliegen fast augenblicklich und die Zuversicht gewinnt wieder. Freude kommt auf. 3, 2, 1 - Peng! Ich laufe los und alles was ich weiß ist, dass vor mir jetzt rund 20km Laufstrecke mit 40 Hindernisse liegen. Und ich freue mich jetzt auf jedes einzelne davon... Es ist schon interessant was einem der Kopf alles für Stückchen spielen kann, speziell wenn man sich nicht unter Kontrolle hat. Einige dieser Gedankenspiele kenne ich schon aus dem Training. Tempointervalle und lange Läufe an den kalten Sonntagmorgen bergen genug Potential für solche Gedankenspiele. Doch welche Macht der Kopf wirklich hat, weiß ich spätestens seit diesem Lauf!
Schon während der dreieinhalbstündigen Anreise und dem Frühstück in Münnerstadt geht mir allerhand sinnloses durch den Kopf. Hin- und hergerissen zwischen dem Unbekannten was vor mir liegt und der im Training gewonnen Zuversicht. Immerhin habe ich monatelang auf diesen Tag hingearbeitet, abgespeckt, meine Frau mit dieser fixen Idee genervt. All die Trainingskilometer, das wöchentliche Eisbad im winterlichen Bodensee, das muss sich doch ausbezahlt haben. Aber ich denke, das ist normal. Vor allem, wenn man so unerfahren ist wie ich. Wie schon gesagt, mein erster Laufwettbewerb überhaupt – und dann gleich sowas.
Erfahrenere Mitläufer erzählen mir vor dem Start, dass dies wohl der härteste Hindernislauf Deutschlands sein soll. Na, das stimmt doch gleich noch zuversichtlicher. Es hat zwar Kaiserwetter und Temperaturen von knapp 15°C, aber das Wasser ist kalt, die Strecke lang und deren Hindernisse viel... Immerhin, wenn ich diesen Lauf finishe, können mich Strongmanrun und Co. auch nicht mehr schocken. Diese Erkenntnis zaubert wieder ein Lächeln auf mein Gesicht.
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