23 Juni 2010 02:00
Wer bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Senioren erfolgreich sein will, muss die Fliehkräfte im Griff haben. Achim-Achilles-Leserin Traudel schreibt, warum.
Im Kreis zu laufen, kann auch Spaß machen. Zum Beispiel bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Senioren im "Arena Sportpark" in Düsseldorf. Und wenn man es genau nimmt, läuft man dort nicht im Kreis, sondern in einem Oval mit einer Gesamtlänge von 200 Metern. Wer dort also 3000 m laufen möchte, dem droht der Drehwurm, 15 Runden haben es in sich. Das habe ich Ende Februar am eigenen Leib erfahren, zusammen mit Elke, Gisela und Nicole.
Und so fing alles an: Unsere Trainerin Elke hat im Oktober 2008 die Idee, ein bisschen Abwechslung in unser Läuferleben zu bringen und zusätzlich zu den schönen Volksläufen mal einen Wettkampf in der Halle auf der Bahn zu wagen. Nun, sind wir alle alt genug und natürlich auch verrückt genug, um mit Begeisterung für das neue Ziel zu trainieren. Das heißt, am Freitagabend beim Training jegliche Scheu verlieren vor den kurzen, schnellen Einheiten – über die langen Winterwochen besonders prickelnd bei Minusgraden, Schneegestöber und arktischen Winden. Und dienstags lassen wir es uns nicht nehmen, bei gleichen Wetterbedingungen über die Homberger Rheinbrücke zu rennen. Zwar verwandeln sich dabei unsere Nasenspitzen in Eiszapfen – doch kein Grund zur Zimperlichkeit, Reinhold Messner sind noch ganz andere Körperteile abgefroren. Unser Trost: Beim Wettkampf in der Halle sind Regen, Graupel, Schnee oder Sturmböen bisher eher selten beobachtet worden.
Und tatsächlich ist bei unserer Ankunft im Arena-Sportpark die Hallenluft zum Schneiden dick, dafür aber schnee- und eisfrei. Außerdem sind wir von der Atmosphäre einer deutschen Leichtathletik–Meisterschaft absolut beeindruckt. Um 14:20 Uhr werden Gisela und ich mit unseren Mitläuferinnen zum Start über 800 m gebeten. Gisela rennt trotz ihrer langen Verletzungspause wie der Teufel in 2:56 Minuten auf den 8. Platz und wird in ein paar Wochen ihre Konkurrentinnen in der W 50 das Fürchten lehren. In der W 55 (die Konkurrenz ist dort etwas ausgedünnt) schaffe ich es in 2:57 Minuten auf den vierten Platz und schwöre mir hinterher unter dem Sauerstoffzelt, nie wieder 800 m zu laufen.
Nicole startet anschließend über 800 m in einem sehr großem Feld mit zwei Altersklassen, so dass wir beim Zieleinlauf nicht wissen, auf welcher Position sie gelandet ist. Dann kommt der Hammer: Sie wird zur Siegerehrung gebeten und steht als deutsche Vizemeisterin auf dem Treppchen! Wir sind aus dem Häuschen! Elke, die verletzunsbedingt leider nicht starten kann, freut sich mit uns, und eigentlich könnten wir jetzt zufrieden nach Hause fahren – wenn ich nicht noch für den 3000 m Lauf gemeldet wäre, der fünf lange Stunden später statt findet.
Da sich meine drei Mitstreiterinnen weigern, nach Hause zu fahren, verabschiede ich mich von dem Gedanken an meine Couch und starte um 19:20 Uhr erneut. 15 Runden und 12:28 Minuten später ist endlich Feierabend. Wenig später hängt die Bronzemedaille um meinen Hals, ich falle Elke, Gisela und Nicole um den selbigen, denn ich bin glücklich, das alle auf mich gewartet haben. Wir sind uns einig: Dieser Tag wird uns in schöner Erinnerung bleiben!
Rennsteiglauf: Wiedersehen macht Freude
Wieder hängt einer an der Nadel

|
Läuferberichte |
|
Läuferberichte |
|
Läuferberichte |
|
Läuferberichte |
|
Läuferberichte |
Hinweis: Diese Website verwendet Facebook-Plugins – sind Sie bei Facebook eingeloggt, werden Daten an Facebook übertragen. Mehr Infos dazu gibt es hier.