Achim Achilles empfiehlt:Keine Ausreden: Die besten Tipps, Tricks und Regeln für den sicheren Winterlauf. |
23 Juni 2010 02:00
Laufen unter extremen Bedingungen: Achilles-Leserin Conny und ihr Mann Jörg starteten beim Untertage-Marathon in Sondershausen. Tief unter der Erde hatten sie mit großer Hitze und Krämpfen zu kämpfen. Connys Rennbericht.
Als die Grubenglocke fünf Mal schlug, war es soweit und wir fuhren innerhalb weniger Minuten in 700 Meter Tiefe in das Salzbergwerk in Sondershausen. Beim Aussteigen aus dem Käfig, in dem nur 15 Leute Platz hatten, schlug uns warme Luft entgegen – im Schacht herrschen Temperaturen zwischen 20 und über 30 Grad. Die Blaskapelle spielte nur für uns Läufer und das Publikum. Bierbänke und zwei Bars luden zum Verweilen ein.
Pünktlich war der Start, es wurden erst rund 400 Meter in den Schacht gelaufen, um den genauen Streckenstart zur erreichen. Dann folgte der eigentliche Start und es ging gleich rauf und runter. Jede Runde war 10,5 km lang und alle 2,5 bis 3,5 km gab es eine Verpflegungsstation. Diese wurde von jedem genutzt. Durch das viele Salz in der Umgebung, hatte man das Gefühl, dass dem Körper jeder Tropfen Wasser entzogen wurde. Der Boden war mit Staub bedeckt und man musste höllisch aufpassen, dass man nicht in ein Loch trat, oder auf dem Staub ausrutschte. Manches Mal lagen auch Eiskristalle auf dem Weg. Es war Helmpflicht und man sollte auch eine Stirnlampe nutzen. In den Gängen hing zwar alle rund 200 Meter eine Lampe, doch durch die Kurven und den Staub gaben sie einfach nicht viel Licht.
Die große Wärme und die nicht unerheblichen 300 Höhenmetern pro 10,5 km Runde taten ihr übriges. Jedoch erreichten wir die Halbmarathon Strecke unter dem Zeitcut und somit stand dem Finish nichts entgegen – außer der eigene Schweinehund und die Krämpfe, die uns schon sehr früh begleiteten. Jörg hatte sich schon nach wenigen Kilometern von mir abgesetzt. Ich lief die steilen Anstiege mit zum Teil von 18 bis 23 Prozent einfach langsamer, dafür kam ich den Berg recht gut runter. Manchmal holte ich zum Teil etwas auf und dann lief ich wieder total für mich alleine. In der dritten Runde war ich die ganze Zeit für mich. Ich achtete immer darauf zu lächeln, wenn ich den Start-Ziel-Bereich mit den Rennärzten erreichte ... Auch wenn diese mit dem Auto an einem vorbei fuhren, hieß es immer: Zähne zusammen beißen und lächeln. Es befanden sich drei Rennärzte und mehrere Sanitäter im Schacht. Ein Rettungswagen stand oben für den Ernstfall bereit. Die Rennärzte hatten die Befugnis, einen Läufer aus dem Rennen zu nehmen, jeder Zeit.
In der vierten Runde fand ich Jörg an der Versorgung. Kurz schaffte ich es, Jörg davon zu laufen, dann trat ich gegen einen fetten Salzkristall und bekam einen Krampf ins Bein, so dass ich wie betäubt an der Seite stand. Da kam Jörg, mein Krampf löste sich etwas und wir konnten so die letzten Kilometer zusammen laufen und finishten doch noch wirklich zusammen.
Fazit: Im Salzbergwerk läuft man keine Bestzeiten, der Lauf ist nur was für gut trainierte Läufer, ein wenig irre und macht dennoch Spaß.
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