Achim Achilles empfiehlt:Keine Ausreden: Die besten Tipps, Tricks und Regeln für den sicheren Winterlauf. |
08 November 2010 00:00
Er war der Läufer, zu dem alle hochschauten. Haile Gebrselassie hinterlässt eine große Lücke im professionellen Laufsport. Nach seinem Rücktritt blickt Achim-Achilles.de zurück: Hier sind zehn Anekdoten über den Wunderläufer.
Der Hase
Als Haile im August 2006 nach Palermo zu einem 10-km-Rennen jetten wollte, kam ihm etwas Skurriles dazwischen: Nach dem Abflug der Maschine entschied sich der Pilot zur Rückkehr: Ein Hase war nach dem Start ins Triebwerk des Flugzeugs geraten. Hailes Kommentar: "Wir waren schon eineinhalb Stunden in der Luft, als es roch. Wir dachten, es würde das Essen vorbereitet. Doch das war der Hase."
Haile über den Marathon
"Man muss bereit sein, sich dafür ohne Wenn und Aber aufzuopfern. Auch als Marathonläufer wird man nicht geboren. Wer glaubt, er könne nebenher noch einem Beruf nachgehen, der liegt falsch. Marathon ist sehr aufwendig. Neben dem Spaß an der Sache braucht man eine professionelle Besessenheit, sonst wird es nichts. Entscheidend ist, ob man bereit ist, sich mit Haut und Haaren dem Marathon zu widmen. Natürlich gehört auch Talent dazu, aber ich glaube, dass das Talent überall auf der Welt gleich verteilt ist. Man muss nur etwas daraus machen."
Sein Training
Der äthiopische Wunderläufer hat 26 Weltrekorde aufgestellt. Seine Fabelleistungen verdankt er seiner professionellen Einstellung und dem harten Training. Sein wöchentliches Trainingspensum liegt zwischen 200 und 300 Kilometern. Die absolviert er meistens im äthiopischen Hochgebirge auf 3000 Metern Höhe.
Das Asthma
Hailes Achillesferse ist sein Asthma. Den London-Marathon 2007 musste er wegen des plötzlich auftretenden Pollenflugs abbrechen. Bei den Olympischen Spielen in Peking startete der Äthiopier nicht über die 42 km, weil ihm das gesundheitliche Risiko zu hoch war. "Die Umweltverschmutzung in China ist eine Bedrohung für meine Gesundheit", sagte Gebrselassie.
Sein Lachen
Oft wird Haile für seine offene und freundliche Art geschätzt und auch bewundert. Der Äthiopier ist ständig mit einem Lächeln im Gesicht zu sehen. "Er ist ein Star ohne Starallüren", sagt Mark Milde, Renndirektor des Berlin-Marathons. Als ihn sein Lehrer einmal fragte, warum er denn so oft lache, zuckte Haile nur mit den Achseln. In einem Interview sagte er über seine positive Lebenseinstellung: "Das wird mein Charakter sein, ich weiß nicht, woher das kommt. Mein Vater war sehr streng. Aber meine Mutter, die früh verstarb, war eine sehr liebe und freundliche Frau. Ja, sie hatte so einen ähnlichen Charakter."
Sein Ärger
Haile sagt, dass er sich im Sport kaum ärgert, weil es dort nur zwei Möglichkeiten gibt: gewinnen oder verlieren. Haile macht es aber fuchsig, wenn jemand seine Arbeit nicht ordentlich macht oder nicht ernst nimmt. Er mag es nicht, wenn jemand unpünktlich ist. "Richtig wütend" wird er nur, wenn Bäume gefällt werden. Die Leute in seiner Heimat wüssten das und legten die Axt beiseite, wenn er an ihnen vorbei rennt. Einmal hätte er fast jemanden verprügelt, als er vom Training kam und sah, dass sich derjenige mit einer Säge an einem Eukalyptusbaum zu schaffen machte.
Sein erster Marathon
Haile finishte seinen ersten Marathon (London 2002) nach 2:06:35 Stunden und belegte den dritten Platz.
Die universitäre Ehrenrunde
Wenige Minuten vor dem Start des 5000-Meter-Rennens der Afrika-Meisterschaften 2008, bekam Haile den Ehrendoktortitel für internationale Verständigung der Universität Leeds verliehen. Anstatt nach der Verleihung zurück zur Tribüne zu schreiten, begab er sich mit Talar und Doktorhut auf eine spontane Ehrenrunde vor den rund 3500 jubelnden Zuschauern im Stadion von Addis Abeba.
Der Geschäftsmann
In seinem Heimatland Äthiopien zählt er zu den erfolgreichsten Geschäftsmänner des Landes. Mit seiner Firma "Haile & Alem International" vermietet, verwaltet und baut er Appartements und Villen. Außerdem betreibt er ein Touristenhotel mit 150 Zimmern. Er engagiert sich auch sozial: In seinem Heimatort Asela fördert er talentierte Sportler: Haile hat unter anderem Geld für eine Turnhalle und ein Kino gespendet.
Sein Rücktritt
Hailes großes Ziel waren die Olympischen Spiele 2012 in London. Dazu wird es nicht mehr kommen. Der 37-Jährige beendet seine Karriere beim New-York-Marathon 2010. Besonders bitter: Der 26-fache Weltrekordler, Weltmeister und Olympiasieger muss sein letztes Rennen verletzt aufgeben. Zu stark waren die Knieschmerzen. Immerhin aber hat sich Haile einen Wunsch erfüllt: Vor dem Rennen in NYC hatte er gesagt: "New York war der Marathon, den ich schon immer mal laufen wollte." Dass er allerdings nicht ins Ziel kommen würde, hätte er sicher nicht gedacht. Trotzdem: Es war eine Bilderbuchkarriere.
Allen, die mehr über Haile Gebrselassie erfahren möchten, empfiehlt Achim-Achilles.de das Buch "Der Wunderläufer Haile Gebrselassie – Auf den Spuren einer Legende" von Klaus Weidt, erschienen bei "acasa Werbung & Verlag".

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