Achim Achilles empfiehlt:Keine Ausreden: Die besten Tipps, Tricks und Regeln für den sicheren Winterlauf. |
17 Juni 2010 02:00
Nach seinem Olympia-Sieg im Triathlon gönnte sich Jan Frodeno eine neunwöchige Auszeit. Mit Achim-Achilles.de spricht er nun über sein Trainingslager in Südafrika, neue Ziele und das Risiko des Ruhms.
Achim-Achilles.de: Herr Frodeno, Sie bereiten sich in Südafrika auf die Saison vor. Wann haben Sie mit dem Training begonnen?
Jan Frodeno: Ich trainiere seit zwei Wochen wieder im gewohnten Umfang. Im Winter werden ja bekanntlich die Sportler für den Sommer geformt.
Achim-Achilles.de: Wie sind die Bedingungen in Südafrika?
Frodeno: Wir sind hier in Stellenbosch, einer Studentenstadt, 60 Kilometer außerhalb von Kapstadt. Ich kenne das Trainingsrevier sehr gut – wie heißt es so schön: Never change a winning team. Außerdem beträgt die Zeitverschiebung nur eine Stunde. Es ist Hochsommer, der Himmel strahlend blau, die Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad Celsius. Aber es weht auch ein strammer Wind. Das macht hart für die Saison.
Achim-Achilles.de: Wie intensiv trainieren Sie denn?
Frodeno: Ich trainiere drei- bis fünfmal am Tag.
Achim-Achilles.de: Hört sich hart an.
Frodeno: Es macht aber auch viel Spaß, es ist absolut wunderbar: Ich liebe meinen Job. Ich freue mich sehr, dass ich das Training wieder strukturiert angehe.
Achim-Achilles.de: Und wie sieht diese Struktur aus?
Frodeno: Ich beginne um 7 Uhr mit zehn bis zwölf Kilometern Laufen. In der Nachbereitung feile ich an meiner Technik, mache ABC-Laufschule und Steigerungsläufe. Am Vormittag geht es noch ins Schwimmbecken für fünf Kilometer. Mittags fahre ich für zwei bis drei Stunden Fahrrad. Am Abend mache ich meistens noch ein Läufchen, so zwischen zehn und 15 Kilometer. Diesmal aber bergan und mit wechselnden Tempi. Mein Training endet gegen 20:30 Uhr. Zwischendurch habe ich natürlich schon mal Zeit, um in ein Café zu gehen oder für eine Massage. Zusätzlich noch die üblichen Kraft- und Athletik-Einheiten.
Achim-Achilles.de: Hatten Sie nach Ihrer olympischen Goldmedaille keine Schwierigkeiten, sich zu motivieren, neue Ziele zu finden?
Frodeno: Nach den Olympischen Spielen habe ich erst mal die schöne Zeit genossen. Da ging in den ersten neun Wochen nach Peking bei mir gar nichts. Vor allem hatte ich auch sehr wenig Zeit. Da habe ich einfach trainiert, wie es mir gepasst hat. Ohne Plan, ohne Uhr und ohne Pulsmesser. Ich konnte wieder den richtigen Urspaßgedanken am Triathlon ausleben. Ich habe viel ausprobiert, bin einfach in den Wald rennen gegangen und solche Späße.
Achim-Achilles.de: Wie motiviert sich ein Triathlon-Olympia-Sieger?
Frodeno: Anfangs war ich noch ziellos, doch mittlerweile steht unser Konzept für die WM, die am 9. Mai in Singapur startet. Und die Motivation ist sehr groß, denn als Olympiasieger sind die Augen auf mich gerichtet und es gibt einige, die mich schlagen wollen.
Achim-Achilles.de: Beschäftigt Sie Ihr Olympia-Sieg denn noch?
Frodeno: Klar, das beschäftigt einen ständig. Das ist nach wie vor ein unbeschreibbares Gefühl, wenn man weiß, dass man im Sport nicht mehr erreichen kann. Und genau das beschert einem immer wieder ein Lächeln auf die Lippen.
Die Fragen stellte Bahador Saberi
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