29 Juni 2010 02:00
Achim wollte es wissen: Ist Marathon-Weltrekordler Gebrselassie mit Rad, Roller und U-Bahn zu schlagen? Fazit: An Wunderläufer Haile kommt keiner vorbei, nicht mal Achilles.
Vorweg erst einmal ein herzliches Dankeschön an Race Director Mark Milde und die vielen unermüdlichen Marathon-Helfer, die bei diesem ungewöhnlichen Rennen ein Auge zugedrückt haben. Dieser Wettlauf war ein einmaliger Versuch, der weder zum Betrug noch zum Nachmachen einladen soll, auch wenn so ein City-Pentathlon durchaus seinen eigenen Reiz hat. Es war eben ein Experiment, mit einem eindeutigen Ergebnis.
Die Idee entstand wie fast alle guten Ideen beim Bier. „Läufst Du den Berlin-Marathon dieses Jahr?“, fragte mein Laufpartner Klaus Heinrich, als wir wieder einmal verschärftes Carbo Loading mit Hefeweizen betrieben. Ich schüttelte den Kopf. Im August wurde meine kleine Familie von Windpocken befallen, die ich als Kind leider nicht durchgemacht hatte. An eine vernünftige Vorbereitung war nicht zu denken gewesen. Zudem hatte ich nächtelang an meiner Website gebastelt. „Mein Sommer-Training bestand aus Radfahren und U-Bahn-Treppen“, erklärte ich wahrheitsgemäß. Klaus Heinrich grinste. „Nicht mal mit der Bahn bist Du schneller als Haile“, behauptete er. „Paah“, sagte ich, „mit öffentlichen Verkehrsmitteln stelle ich sogar den Weltrekord ein.“ Klaus Heinrich reichte mir die Hand. Top, die Wette galt.
Wir formulierten Regeln, um ein Minimum an Fairneß zu gewährleisten. Alle fünf Kilometer wurde die Zwischenzeit gemessen, zusätzlich noch auf der Hälfte bei Kilometer 21. Ehrensache, dass alle diese Zeitmessmatten überquert werden mussten. Der ganze Marathon ließ sich in zehn Etappen unterteilen: Start-5 km, 5-10km, 10-15km, 15-20km, 20-21km, 21-25km, 25-30km, 30-35km, 35-40km, 40-Ziel.
Weil es witzlos ist, sich beispielsweise mit einem Motorrad die gesamte Strecke entlang kutschieren zu lassen, legten wir folgende Regeln fest: Mindestens fünf Teilstücke mussten mit eigener Kraft zurückgelegt werden, also laufend oder auf dem Rad. Für die restlichen fünf Etappen mussten drei verschiedene Verkehrsmittel zum Einsatz kommen. Zweimal 5 Etappen mit 5 verschiedenen Fortbewegungsarten: Wir hatten einen neuen Sport geboren – den City-Pentathlon. Wer würde schneller sein: Ein mittelmässiger City-Pentathlet im Bund mit dem geballten Berliner Verkehrswesen oder die zweibeinige Rakete aus Äthiopien?

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