Achim Achilles empfiehlt:Keine Ausreden: Die besten Tipps, Tricks und Regeln für den sicheren Winterlauf. |
23 Juni 2010 02:00
Die Wahl des richtigen Laufschuhs gehört zu den wichtigsten Entscheidungen eines Läuferlebens. Lauftrainer Jens Karraß erklärt, was beim Kauf zu beachten ist und warum wir die Schuhe ab und an ganz beiseite lassen sollten.
Sportlerfüße brauchen robuste, aufpralldämpfende Schuhe statt ultraleichter Racer. Abebe Bikila aus Äthiopien siegte 1960 im Olympischen Marathonlauf durch die Straßen von Rom barfuß laufend. Wir verwöhnten Großstadtmenschen aber brauchen Komfort und vor allem Schutz vor Verletzungen. Deshalb hat die Auswahl des richtigen Laufschuhs höchste Priorität.
Suchen Sie sich einen Händler, der eine relativ große Auswahl an Modellen bietet, dazu ein Laufband, auf dem Ihr Laufstil und Ihre Fußarbeit ermittelt werden, und viel Zeit bei der Beratung. Dazu gehört die Frage nach Ihrem Gewicht, wie lange und wo sie laufen. Ein guter Laufladen räumt Ihnen die Möglichkeit ein, die Laufschuhe noch nach 14 Tagen zurückzugeben, wenn sich herausstellt, dass sie doch nicht zu Ihren Füßen passen. Wenn Ihr Verkäufer dann noch selber Läufer ist, können Sie sich gut aufgehoben fühlen.
Gute Laufschuhe kosten etwa 90 Euro. Extras wie Pronationsstütze oder Vordämpfung treiben den Preis auf etwa 110 Euro, extreme Dämpfungstechnik und besondere Stabilitätseigenschaften bis zu 120 Euro. Vorsicht vor billigeren Modellen. Sie können klasse aussehen, haben allerdings keine Dämpfungssysteme oder Stabilisierungstechniken in sich. Finger weg davon! Investieren Sie in Ihre Gesundheit.
Die Laufschuhe sind die direkte Verbindung zwischen Ihrem Körper und dem Boden und erfüllen enorm wichtige Aufgaben. Sie sollen die Füße schützen, stützen, führen und den Aufprall dämpfen. In der Aufprallphase wird Ihr Körper mit dem zwei- bis vierfachen Ihres Körpergewichts belastet, und das bei einem Marathonlauf bis zu vierzigtausendmal. Sie sehen: Hier ist Schutz gefragt, um Verletzungen vorzubeugen.
Für Anfänger, die nur ein- oder zweimal pro Woche laufen, reicht ein Paar Qualitätsschuhe aus. Wenn Sie drei- bis viermal pro Woche laufen, sollten Sie mindestens zwei Paar Laufschuhe besitzen, die Sie abwechselnd anziehen. Unterschiedliche Laufschuhe bringen Ihnen Abwechslung in Ihr Laufgefühl, außerdem geben Sie den Schuhen Zeit zum Durchtrocknen. Und kurios, aber wahr: zwei Paar im Wechsel getragen, halten länger als zwei nacheinander gekauft.
Fortgeschrittenen, die nahezu täglich laufen, sollten darauf achten, dass sie je nach Untergrund ganz unterschiedliche Modelle zur Auswahl haben: mit guter Dämpfung für das Laufen auf Asphalt, leichtere Modelle für die flotten, kürzeren Trainingsläufe und Schuhe mit griffigem Profil und robustem Obermaterial für Läufe auf Waldboden und in den Bergen.
Lauf-Freaks möchte ich folgenden Rat geben: Sollte Ihre Zehn-Kilometer-Bestzeit nicht um 32 Minuten liegen, sehen Sie bitte vom Tragen der ultraleichten "Racer" beim Marathon ab. Die sind wirklich nur für die ganz Schnellen gemacht und würden Ihnen im Verlaufe des Marathons aufgrund der doch sehr eingeschränkten Dämpfungseigenschaften sehr schnell schwere Beine bescheren.
Noch einmal zum Olympiasieger von 1960 – auch für Sie kann eine regelmäßige Barfuß-Laufrunde auf dem weichen Rasen eines Sportplatzes sehr gut sein. Die Fußmuskulatur wird besser durchblutet, denn die gesamte Fußsohle wird bei jedem Schritt wunderbar massiert. Die Massage wirkt über reflektorische Nervenverbindungen direkt auf innere Organe und sorgt für eine stärkere Durchblutung. Nach langen Strecken kann Barfußlaufen sehr zur Regeneration beitragen, da ganz andere Muskelgruppen erreicht werden, als in Schuhen. Denken Sie an Abebe Bikila und lassen Sie es Ihren Füßen gut gehen!
11 Ratschläge für den Laufschuhkauf
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