17 Juni 2010 02:00
Wird das Rätsel Laufschuh bald gelöst? In Magdeburg entwickeln Wissenschaftler einen neuartigen Laufschuh, der die Fersen entlasten soll. Schon in wenigen Jahren soll der Schuh dann zu kaufen sein.
Joggen ist gesund – meistens jedenfalls. Während die positiven Effekte für den Kreislauf, den Kalorienverbrauch und das allgemeine körperliche Wohlbefinden meist unbestritten sind, können Fehlbelastungen, harte Untergründe und ungeeignetes Schuhwerk auch Probleme verursachen: Schmerzen in Fuß- Knie- und Hüftgelenken bis hin zu Wirbelsäulenproblemen zwingen viele Freizeitsportler zur Aufgabe.
Adri Hartveld aus Newcastle under Lyme, selbst passionierter Läufer, kennt aus seiner 25-jährigen Berufspraxis als Physiotherapeut viele solcher Beispiele. Zahlreiche eigene Teilnahmen an nationalen und internationalen Laufwettbewerben nutzte er quasi "nebenbei" für systematische Beobachtungen der Laufszene in Europa. Die Erkenntnis: viele Sportler laufen mit einer zu harten Belastung der Ferse (so genannter "heel strike"), welche dann unmittelbar an die Gelenke weitergegeben wird und die beschriebenen Probleme verursachen kann.
Seine Idee: Verhinderung des "heel strike" durch einen Schuh, der das harte Aufsetzen der Ferse auf den Boden verhindert. Der hackenlose Sportschuh (heelless shoe) war in Gedanken fertig. Es folgten Überlegungen, wie sich die Idee praktisch in einen Laufschuh umsetzen lässt. Der erste Prototyp entstand in der eigenen Werkstatt. Zahlreiche Trainingskilometer, Gespräche mit anderen Sportlern, Medizinern und Materialwissenschaftlern ließen die Entscheidung reifen, aus der inzwischen schutzrechtlich gesicherten Idee ein marktfähiges Produkt zu entwickeln.
Der Hauptunterschied zu "gewöhnlichen" Sportschuhen liegt in einer besonderen Sohlenkonstruktion. Für deren Realisierung sind spezielle Materialien erforderlich. Hartveld wurde auf ein naturfaserverstärktes Verbundmaterial aufmerksam, eine Materialgruppe, an der an der Hochschule Magdeburg-Stendal intensiv geforscht wird. Nach der Verarbeitung erster Materialproben wurde klar, dass solch ein Verbundmaterial für die Sohle geeignet ist. Gegenüber anderen Alternativen sind vor allem die mögliche Gewichtsersparnis, der günstige Preis und die gute Ökobilanz des Materials überzeugende Argumente.
Innerhalb von zwei Jahren soll der neue Laufschuh bis zur Marktreife entwickelt werden.

|
Laufschuhe |
|
Laufschuhe |
|
Laufschuhe |
|
Laufschuhe |
|
Laufschuhe |
Hinweis: Diese Website verwendet Facebook-Plugins – sind Sie bei Facebook eingeloggt, werden Daten an Facebook übertragen. Mehr Infos dazu gibt es hier.