04 November 2011 00:00
Marathon
Mehr als 47.000 Teilnehmer, über zwei Millionen Zuschauer an der Strecke, rund 31 Millionen Euro Spenden – der New-York-Marathon ist in vielerlei Hinsicht eine Veranstaltung der Superlative. Hier sind zehn Dinge, die man dieses Jahr über das Rennen im "Big Apple" wissen sollte.
Die gute Nachricht zuerst: Der Marathon findet statt. Am vergangenen Montag hatte ein Schneesturm die Millionenstadt überrascht und den Central Park stark verwüstet. Acht Zentimeter Schnee und rund tausend beschädigte, zum Teil umgestürzte Bäume ließen die Veranstalter zittern. Doch die Wetteraussichten für den Sonntag sind sonnig, 14 Grad (kein Schnee).
Das Rennen 2010 stand ganz im Zeichen von Haile Gebrselassie, der aber nach einer Knieverletzung aufgeben musste. Der Legende nach soll er bei KM 16 zu seinem Landsmann Gebre Gebremariam gesagt haben: "Du musst sie einholen." Gebremariam tat, wie ihm der Laufgott befohl und holte "sie" ein. Er gewann in 2:08:14. Es war sein erster Marathon.
Emmanuel Mutai ist ein weiterer Favorit für den Sieg. Der Kenianer war Zweiter im vergangen Jahr und gewann seinen ersten Marathon dieses Jahr in London mit neuem Streckenrekord von 2:04:40. Dabei trug er die Schuhe, die 2008 eigentlich für Haile Gebrselassie angefertigt worden waren. Der Schuh wurde nie serienmäßig produziert und landete per Zufall bei Mutai. Die beiden Weltklasseläufer habe dieselbe Schuhgröße (Größe 9). Mutai hat im Übrigen beste Chancen, die World Marathon Majors zu gewinnen und 500.000 Dollar einzustreichen. Dafür würde ihm sogar ein dritter Platz reichen, wenn der Äthiopier Tsegaye Kebede oder der Kenianer Geoffrey Mutai in New York nicht gewinnen. Zurzeit steht Weltrekordhalter Patrick Makau an der Spitze – er startet aber nicht in NYC.
Der Deutsche Grafiker Christoph Niemann (SZ-Magazin, New Yorker, New York Times) wird den Marathon zeichnend absolvieren. Niemann plant, während des Rennens Zeichnungen mit dem Stift anzufertigen und sie einem Kollegen am Streckenrand auszuhändigen. Der wird sie dann live auf Twitter stellen.
Der diesjährige New-York-Marathon wird Don Wrights 59. Marathon in nur acht Jahren sein. Bei dem heute 70-Jährigen wurde 2003 Blutkrebs diagnostiziert. Daraufhin beschloss er, in allen 50 amerikanischen Bundestaaten einen Marathon zu laufen. 38 Staaten hat er bereits abgehakt. Erst am 15. Oktober dieses Jahres hat er den Hartford-Marathon gefinisht. Der älteste Läufer aber ist der 87-jährige Sheldon Zinn. Bei den Frauen ist Joy Johnson die Älteste. Die Kalifornierin ist 84 und wird den New-York-Marathon zum 24. Mal laufen. Wie sie sich fit hält? Sie läuft 80 Kilometer die Woche und macht 150 Liegestütze am Tag.
Auf der Seite www.supportyourmarathoner.com kann man Videos und SMS für Freunde hinterlassen, die beim Marathon starten. Die Nachrichten werden während des Rennens per Leinwand übertragen und sollen die Läufer zusätzlich motivieren.
Wer live dabei sein will, aber nicht vor Ort sein kann, schaltet am besten ein beim Livestream. Um 14 Uhr geht's los. Auch der TV-Sender Eurosport überträgt live ab 15 Uhr. Mit der offiziellen (kostenpflichtigen) App für iPhone, iPad, und Android kann man am mobilen Gerät dabei sein.
Das Rennen in diesem Jahr ist der Norweger Läuferlegende Grete Waitz gewidmet. Sie starb dieses Jahr an Krebs. Ihre neun Siege beim New-York-Marathon sind bislang unerreicht – und werden es wohl auch bleiben. Ihr Ehemann hat sich für den Lauf angemeldet und wird mit mehreren anderen Familienmitgliedern teilnehmen. Auch dem Gründer des New-York-Marathons, Fred Lebow, wird gedacht.
Die kanadische Eishockeylegende Mark Messier, 50, der amerikanisch-japanische Eisschnell-Läufer Apollo Ohno und das amerikanische Model Christy Turlington Burns gehen an den Start.
Vor zehn Jahren erlebte New York beim Terroranschlag am 11. September seine schwärzesten Stunden. Es werden laut Veranstalter viele Menschen mitlaufen, die vor zehn Jahren ihre Angehörigen, Freunde und Bekannten verloren haben. Für sie werde es spezielle Gedenk-Aktionen geben.

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