30 November 2011 00:00
Marathon
Seit 2011 ist BMW einer der größten Sponsoren im deutschen Laufsport. Johannes Seibert, Marketing-Leiter BMW Group Deutschland, resümiert ein ereignisreiches Marathonjahr mit Rekorden und spannenden Wettkämpfen.
Achim-Achilles.de: Herr Seibert, ein spektakuläres Laufjahr geht zu Ende, wir erlebten unter anderem einen neuen Weltrekord beim BMW Berlin-Marathon und einen hochklassigen BMW Frankfurt-Marathon. Wie sehr freut Sie das als Hauptsponsor?
Johannes Seibert, Leiter Marketing BMW Deutschland: Natürlich freut uns das als Sponsor sehr. Top-Leistungen garantieren eine breite Aufmerksamkeit und die gewünschte mediale Beachtung. Aber auch ohne den Weltrekord in Berlin und den Fast-Rekord in Frankfurt wären wir als Sponsor sehr zufrieden mit der Laufsaison 2011. Zwei Zahlen sind für mich entscheidend: Einerseits die weit über eine Millionen begeisterten Zuschauer an den Strecken. Andererseits die Zahl 220.000 – etwa so viele Menschen sind im Jahr 2011 in Deutschland bei den von BMW unterstützten Laufevents an den Start gegangen. Unter ihnen sieht man so viel Begeisterung. Die Marke BMW öffnet sich hier ganz neuen Zielgruppen und kommt in Kontakt mit sehr vielen laufsportbegeisterten Menschen. Das allein ist für uns ein großer Erfolg.
Die Entscheidung, als Sponsor im Laufsport aktiv zu werden, hat sich also gelohnt?
Ganz eindeutig ja. Die Begeisterung und Euphorie, die bei Teilnehmern und Zuschauern zu spüren ist, ist wirklich fantastisch. Dass sich BMW im Rahmen dieser Veranstaltungen präsentieren kann, ist für uns sehr positiv. Dabei wollen wir auch die Stadtlaufserie nicht vergessen. Die Stadtläufe haben zwar nicht die Größe eines Marathons und sind weniger hochleistungsorientiert, aber die Teilnehmer und Zuschauer sind mit der gleichen Begeisterung dabei. Dieses hervorragende Umfeld, das der Laufsport der Marke BMW bietet, machen den Einstieg sehr lohnenswert.
Passen eine Automarke und der Laufsport überhaupt zusammen?
Dieser Frage haben wir uns gestellt und sie für BMW mit einem klaren Ja beantwortet. Laufen ist eine unglaublich sympathische Sportart. Es kommt auf Ausdauer, Strategie und Willenskraft an. Die Begeisterung für diesen Sport ist groß: Mehr als 16 Millionen Deutsche laufen regelmäßig. Kaum eine Sportart kann man mit derart wenig Ausrüstung und Aufwand betreiben. Wir wissen, dass viele unserer Kunden aktive Läufer sind. Der Einstieg in diese Sportart ist daher die logische Konsequenz. Zudem gilt im Laufsport: Nur wer sich seine Kräfte optimal einteilt und sie effizient einsetzt, kann Höchstleistungen vollbringen. Diese Anforderungen passen sehr gut zu BMW.
Warum?
Wir verfolgen mit unseren Fahrzeugen denselben Ansatz und sind mit BMW EfficientDynamics nicht umsonst Vorreiter hinsichtlich des verantwortungsvollen Einsatzes von Ressourcen. Laut Dow Jones Branchen-Index ist die BMW Group der nachhaltigste Automobilhersteller weltweit. So setzen wir beispielsweise im Rahmen unseres Laufsport-Engagements auf den BMW ActiveE als Zeit- und Führungsfahrzeug – ein elektrisch betriebenes und damit emissionsfreies und ressourcensparendes Fahrzeug.
Welche Resonanz hat das BMW-Engagement in der Laufszene hervorgerufen?
Ich würde sagen, die Reaktionen waren zunächst zweigeteilt. In der Marketing-Szene gab es neben viel Zustimmung und Unterstützung anfangs auch ein paar Stimmen, die von einer gewissen Skepsis geprägt waren. Auch war der Einstieg in eine neue Sportart natürlich ein Experiment, obwohl wir – auf Grund unserer Analysen – sehr zuversichtlich waren, dass das Engagement gelingen würde. Der Durchbruch war der BMW Berlin-Marathon Ende September, bei dem auch erstmals der BMW ActiveE als Führungsfahrzeug eingesetzt wurde. Seitdem bekommen wir ausschließlich positives Feedback. Wir haben natürlich im Laufe der Saison auch viel dazugelernt und bei jedem Lauf-Event versucht, immer wieder etwas zu verbessern und neue Ideen umzusetzen.
Welches Echo gab es noch?
Wir erhielten von Anfang an ein durchweg positives Feedback von unseren Kunden, von Läufern sowie insbesondere von den aktiven Teilnehmern der Marathon- und Stadtlaufveranstaltungen. Das ist uns natürlich besonders wichtig und hat uns sehr darin bestärkt, dass wir hier das Richtige tun.
Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den Laufveranstaltern erlebt?
Durchweg positiv. Natürlich mussten sich beide Seiten, also BMW und die jeweiligen Veranstalter der Lauf-Events, zunächst kennenlernen und im Laufe der Vorbereitungen gab es immer wieder mal Situationen, die für alle Beteiligten eine Herausforderung darstellten.
Woran lag das?
Das Verständnis der BMW Group, sich als Partner aktiv einzubringen, geht über die typische Rolle als Sponsor oder Mäzen hinaus, was für manche Veranstalter vielleicht noch ungewohnt war. Solche Phasen sind in meinen Augen aber in neuen Partnerschaften ganz normal und so lief die Zusammenarbeit letztlich überall sehr konstruktiv und professionell ab. Ich denke, die Veranstalter konnten durchaus auch von unseren Erfahrungen bei großen Sport-Events profitieren. Wir sind es ja gewohnt, auch auf Veranstalterseite zu stehen, etwa beim Golfturnier BMW International Open.
Was fasziniert Sie persönlich am Marathon?
Ich bin selbst aktiver Läufer und versuche – wenn es die Zeit zulässt – regelmäßig zu laufen. Für mich stehen dabei der Spaß am Laufen und die persönliche Fitness im Vordergrund. Dennoch sind die Marathonläufe besondere Veranstaltungen. Die Euphorie der Läufer vor dem Lauf und die Emotionen im Ziel sind einzigartig. Faszinierend finde ich auch, dass es nur bei einem Marathon möglich ist als Freizeitläufer im gleichen Feld mit den absoluten Topstars wie Haile Gebrselassie, Patrick Makau, Irina Mikitenko oder Paula Radcliffe anzutreten.
Wie gefällt Ihnen die Atmosphäre bei den Stadtmarathons?
Die vielen tausend Zuschauer an den Strecken sind natürlich beeindruckend. In Frankfurt bin ich, gemeinsam mit Kollegen, als Teil einer Staffel mitgelaufen. Wildfremde Menschen jubeln einem zu, feuern an und unterstützen – das ist ein außergewöhnliches Gefühl und macht viel Freude.
Wie geht es im Laufjahr 2012 mit dem BMW-Engagement im Laufsport weiter?
Wir gehen im Sport gerne langfristige Engagements ein. Viele unserer jetzigen Unterstützungen als Sponsor gehen in die Neunziger Jahre zurück. Im Golfsport ist das zum Beispiel der Fall. Ich persönliche glaube daran, dass der Laufsport für uns das Potenzial hat, sich ähnlich zu entwickeln. Unser Ziel ist es, uns in diesem Feld zu etablieren, nicht nur kurz Flagge zu zeigen und dann die Flagge wieder einziehen, das ist nicht unsere Art.
Welche neuen Aktivitäten sind geplant?
Wir wollen uns beispielsweise noch stärker in den sozialen Netzwerken engagieren. Wir merken, dass Facebook, Twitter und Co. auch bei Läufern eine sehr große Rolle spielen. Da wird man im kommenden Jahr noch mehr von BMW hören und sehen.
Wenn Sie sich etwas wünschen dürften: Welches sportliche Highlight würden wir 2012 erleben?
Aus sportlicher Sicht würde ich mir wünschen, dass es wieder so spannend zur Sache geht wie dieses Jahr in Berlin und Frankfurt. Toll wäre es auch, wenn deutsche Athletinnen und Athleten mit guten Zeiten für viel Furore sorgen könnten. Ansonsten ist meine Wunschliste kurz: gutes Laufwetter und tolle Stimmung!

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