23 Juni 2010 02:00
Der Motivationsexperte zeigt Ihnen die persönliche Schatzkammer und gibt Ihnen drei Schlüssel, mit denen Sie Geheimnisse lüften: Anschließend läuft es sich wie von selbst.
Die Erfindung des Instant-Kaffees – Löffel in heißes Wasser und der Kaffee ist fertig – ist eine nützliche Innovation. In Chile hat mich der gute Geschmack dieses Kaffees richtig überrascht. Doch diese Erfindung hatte fatale Folgen: Mehr und mehr setzte sich die Hoffnung oder gar Überzeugung durch, alles andere auch blitzschnell hinzubekommen. Vom "1-Minuten-Manager" über "A 3 Minute Orgasm" (gibt's nur in den USA) bis hin zur "Instant Erleuchtung", sind wir blitzschnell in eine Instant–X-Gesellschaft hineingeraten, die auch vor dem Thema Motivation nicht zurückschreckt. Sie wollen Motivation? Sofort?
Verzeihung, aber da machen wir nicht mit. Motivation ist kein Mechanismus der per Knopfdruck funktioniert. Aber lesen Sie weiter: Im Unterschied zu Kaffee, Managern, Orgasmus und Erleuchtung ist Motivation nichts, dass man herstellen kann oder um das man sich bemühen müsste. Motivation ist immer da. Sonst würden wir die Tasse Kaffee gar nicht an unseren Mund bringen. Wenn Sie bis jetzt weiter gelesen haben, können wir Ihnen ein sehr altes Geheimnis verraten:
Sie verfügen über ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Motivation, das Sie jederzeit mobilisieren können!
Dieses Reservoir ist in Ihrer persönlichen Schatzkammer, in Ihrem Unterbewusstsein untergebracht. Möglicher Weise fehlen Ihnen von Zeit zu Zeit die notwendigen Schlüssel zu dieser Schatzkammer.
Kennen Sie einen Menschen, oder haben Sie mal von einem Menschen gehört oder gelesen, der hochmotiviert ein selbstgestecktes Ziel erreicht hat? Bekanntermaßen kann ein motivierter Mensch gewaltige Kräfte freisetzen. Um einer Verschwendung dieser Kräfte vorzubeugen, ist es wichtig, dass Sie Ihre Motivation wohlüberlegt und mit ganzer Kraft nur dort einsetzen, wo es Ihnen wirklich wichtig ist. So schützt uns unser Unterbewusstsein davor, die vorhandene Motivation zu verplempern.
Ein Beispiel: Vielleicht haben Sie selbst mal jemanden beobachtet, der seinen Rasen wässern will. Aus der Schlauchspitze kommt nur ein schwacher Strahl. Die Ursache: Er hat den Schlauch an seinem Wasserhahn am Haus nicht fest genug angeschraubt und dort verspritzt ein Großteil des Wassers nutzlos an der Anschlussstelle. Fazit: Die Energie des Wassers muss gebündelt und zielgerichtet sein, dort platziert werden, wo sie nützlich ist.
ist die Klarheit darüber, auf welches Ziel Sie Ihre Kräfte ausrichten: Wollen Sie den Rasen wässern oder die Hauswand? Ihre persönlich festgelegte Zielsetzung richtet Ihre Energien aus und bündelt sie. Deshalb legen Sie genau fest:
Warum will ich laufen?
Wann will ich laufen?
Wo will ich laufen?
Wie lange will ich laufen?
Wie schnell will ich laufen?
Gegebenenfalls: Mit wem will ich laufen?
ist die innere Überzeugung, dass Sie das tun, was Sie tun wollen. Der feste Glaube an sich selbst und an Ihr Ziel, dass Sie laufen werden, verhindert, dass es ausschließlich bei Ihrem Vorsatz bleibt. Hier kommt Ihr Unterbewusstsein ins Spiel kommt. Die Bereitschaft zum Laufen muss von Herzen kommen, tief aus Ihrem Inneren. Eine reine Gedankenspielerei oder Zweckmäßigkeitsüberlegung erzeugt keinen inneren Antrieb. Die Gedanken an das Laufen benötigen eine gefühlsstarke Aufladung. Sie werden nur dann regelmäßig hoch motiviert laufen, wenn Sie eine emotionale Verbindung zwischen Ihrer Absicht und den Gefühlen herstellen. Diese emotionale Verbindung spüren Sie beim, nach und durch das Laufen.
Also fragen Sie sich: Was waren die schönsten Gefühle, die Sie jemals beim Laufen, nach dem Laufen oder indirekt durch diesen Sport gehabt haben? Welche negativen Emotionen kennen Sie, wenn Sie nicht laufen? Laufen Sie, um negative Gefühle oder Erfahrungen zu vermeiden oder um positive Gefühle zu erleben oder wegen beider Emotionen? Wollen Sie sich gut, oder wollen Sie sich schlecht fühlen?
Beobachten Sie sich beim Laufen künftig und ergänzen Sie die entsprechenden Antworten. Durch das Bewusstmachen der emotionalen Bedeutungen, die das Laufen für Sie hat, wird nach und nach Ihre innere Überzeugung stärker. Sie werden aus einem inneren Antrieb heraus wie selbstverständlich laufen wollen, sobald Sie von sich das Selbstbild haben, dass Sie gerne laufen.
Lange bevor uns die heutigen Gehirnforscher etwas von der Verstärkung synaptischer Verbindungsnetze durch emotionale Einflüsse erklärten, hat Napoleon Hill* bereits 1937 geschrieben: "Gezielter Glaube verleiht jedem Gedanken durchschlagende Kraft." Und: "Jeder von einem Gefühl durchdrungene und mit festem Glauben verbundene Gedanke nimmt alsbald greifbare Gestalt an." Aus dem Gedanken an das Laufen wird das Laufen selbst.
ist hilfreich, wenn Selbstzweifel an Ihnen nagen und Sie aus Ihrer bisherigen Erfahrung wissen, dass Sie trotz aller guten Absichten gute und wichtige Gründe finden, doch nicht zu laufen. Oder Sie sind einfach auch nur bequem, träge oder faul. Was also tun, wenn der Glaube an sich selbst noch nicht stark genug ist?
Wie entsteht und wie festigt sich eigentlich ein derartiger Glaube? Ja, Sie lesen richtig: Glaube ist nicht einfach da oder nicht da. Glaube kann geschaffen werden. Dazu noch einmal Napoleon Hill: "Der Glaube ist . . . ein Gemütszustand, der durch Bejahung oder wiederholten Auftrag an das Unterbewusstsein nach dem Gesetz der Autosuggestion herbeigeführt oder hervorgebracht werden kann!" Und er erklärt: "Autosuggestion ist nichts anderes als Selbstbeeinflussung. Dieser geistige Vorgang spielt die Rolle eines Vermittlers zwischen dem Teil des Gehirns, der das bewusste Denken steuert, und jenem, der die unterbewussten Reaktionen bestimmt. . . Gedanken- und gefühllos heruntergeleierte Worte haben keinen Einfluss auf das Unterbewusstsein. Befriedigende Ergebnisse erzielen Sie nur, wenn Sie lernen, die Sprache des Unterbewusstseins zu sprechen, das heißt, wenn Sie Ihre Sätze mit Zuversicht und Gefühl erfüllen."
Praktisch geht das so, dass Sie sich regelmäßig, mindestens zweimal täglich, ein genaues inneres Bild vorstellen: Sie sind gesund, fröhlich und entspannt und laufen auf einem für Sie geeignetem Weg. Das kostet keine Mühe, nur etwas Selbstdisziplin. Zu Beginn gilt es etwas Geduld aufzubringen, bis sich dieses innere Bild einstellt. Ein entscheidender Punkt bei dieser Selbstsuggestion ist das Ausschalten von Abwägungen, von kritischen Überlegungen und Selbstzweifeln, sobald das positive Vorstellungsbild tief verankert ist und automatisch zur Realisierung drängt.
Wenn Sie sich diese drei Schlüssel erarbeiten, können Sie jederzeit – also sogar wenn Sie wollen instant – die tieferen Ressourcen Ihrer Motivation mobilisieren. Es geht nur um das Mobilisieren, die Antriebskräfte sind längst vorhanden.
Hier noch einmal die drei Schlüssel für Sie in der Zusammenfassung:
Eine klare Zielvorstellung davon entwickeln, warum, wann, wo und wie Sie laufen
Ihre innere Überzeugung darauf ausrichten, dass es Ihnen leicht fällt und Spaß macht, regelmäßig zu laufen
Diese Überzeugung durch regelmäßige Vorstellungsbilder (Autosuggestion) erzeugen und verstärken.
Die besten Tipps für ein motiviertes Lauftraining
Motivation und Wille – zwei Seiten einer Medaille?
Die wichtigsten Begriffe zum Thema Motivation

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