23 Juni 2010 02:00
Wer seine Ziele klar formuliert, hat bessere Chancen, diese auch zu erreichen. Der Motivationsexperte erklärt, wie eine einfache Methode uns zu motivierteren Läufern macht.
Um sich sehr klar über das eigene Ziel oder die eigenen Ziele zu werden, gibt es verschiedene Modelle, die Sie bei der Formulierung und Verschriftlichung Ihrer Ziele unterstützen können. So zum Beispiel die sehr bekannte Methode SMART. Die Anfangsbuchstaben stehen für Spezifisch, Messbar, Aktionsorientiert, Realistisch und Terminiert.
Um dies nicht als trockene Theorie stehen zu lassen, sei Ihnen hier ein praxisorientiertes Beispiel gezeigt – in diesem Falle von einem absoluten Anfänger formuliert:
Ich laufe/jogge (spezifisch) ab dem TT.MM.2009 (terminiert) jeden Dienstagabend und Donnerstagabend jeweils 20 Minuten (messbar) mit Marion (aktionsorientiert) durch den Fontane-Park (realistisch).
Eine etwas differenziertere Verschriftlichung Ihres Ziels können Sie anhand der Vorlage „Zielszenario“ vornehmen. Hierbei wird ein Szenario beschrieben, welches in der Gegenwartsform formuliert wird, positiv, bestimmt, klar und anschaulich, beginnend mit einem Tätigkeitswort, das Begeisterung ausdrückt. Die Erkennbarkeit wird durch sinnästhetische Beschreibungen ergänzt, der Kontext ebenfalls genauer beschrieben, durch zeitliche und räumliche Angaben und gegebenenfalls Personen, die beteiligt sind (vorher bitte das Einverständnis dieser Person/en einholen). Damit auch diese Art der Ziel-Verschriftlichung nicht graue Theorie bleibt, hier ein Beispiel:
Ich freue mich (begeisterndes Tätigkeitswort) am TT.MM.JJJJ (bis wann) bereits x Monate regelmäßig zu laufen (soll erreicht werden). Immer Dienstag- und Donnerstagabends mit Marion (mit wem) im Fontane-Park beginnend vor meiner Tür (wo). Ich spüre meine Fitness und meine gute Kondition, wenn ich ganz leichtfüßig die 5 Treppen zur Wohnung hinauf laufe (Erkennbarkeit).
Alle weiteren, vorhergehenden Überlegungen zur Zielerreichung entnehmen Sie bitte der Vorlage „Zielszenario“.
Wichtig: Wenn die komplette Runde durch den Park statt Ihrer angestrebten 20 Minuten in Wirklichkeit 60 Minuten dauern würde, dann ist es sehr sinnvoll, ein neues Ziel zu finden und dann dieses aufzuschreiben. Aber: Vernichten Sie das alte Ziel (am besten gleich verbrennen) – sonst streiten diese beiden Ziele nachher in Ihrem Kopf und das führt möglicherweise zu einer Blockade. Sie werden sehen: Die richtigen Ziele heraus zu finden ist eine Kunst. Einerseits sollen Sie realistisch bleiben, aber sich selbst andererseits dann doch auch soweit herausfordern, dass Ihre ganze Energie mobilisiert wird und Sie vor Begeisterung glühen, wenn Sie ihre Ziele errreichen.
Zum Schluss noch wichtig zu erwähnen: Die Verknüpfung unseres Selbstwertgefühls an Handlungen zur Erreichung eines Ziels sollte ausschließlich in der augenblicklich jeweils bestmöglichen (dass heißt von jedem Perfektionismus freien) Ausführung dessen, was wir tun, bestehen. Unser Selbstwertgefühl sollten wir jedoch niemals von dem tatsächlichen Erreichen eines Ziels abhängig machen! Werden Sie also nicht zum Sklaven Ihrer Zielsetzung.
Das Nicht-Erreichen eines Zieles kann – positiv gesehen – immer der Beginn eines Lernprozesses sein. Sehen Sie das Ganze als spielerisches Instrument an, das jedenfalls zumindest Ihre Chancen auf eine verbesserte Lebensqualität deutlich erhöht, wie eine im Beitrag Zielverschriftlichung zitierte Harvard-Studie zeigt. Aber seien Sie sich auch immer im Klaren darüber, dass es Zeiten geben wird, in denen es schwieriger oder manchmal auch unmöglich wird, das Ziel zu verfolgen. Denn: „Das einzig Stetige im Leben ist die Veränderung.“ (G.B. Shaw)
In diesem Sinne,
herzlichst,
Ihr Flow-Doc
Gerhard Huhn
Gute Vorsätze: Nichts für morgen – sondern heute
Mach aus einem großen Ziel viele kleine

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