Achim Achilles empfiehlt:Keine Ausreden: Die besten Tipps, Tricks und Regeln für den sicheren Winterlauf. |
17 Juni 2010 02:00
Dieter Bohlen gilt nicht gerade als bescheidener Mensch. Gerne brüstet er sich mit seinen Erfolgen. Jetzt hat er einen Lebenssratgeber geschrieben. Taugt der womöglich sogar als Motivations-Fibel für Läufer?
Dieter Bohlen beschreibt in "Der Bohlenweg" anhand seiner ganz persönlichen Erfahrungen im Berufs- wie Privatleben, wie wichtig es ist, genau zu wissen, was man will und dafür zu kämpfen. Einen großen Anteil am Erfolg schreibt er dem Fleiß, dem ständigen Arbeiten am Erreichen des Erfolges zu. Und seine Leser, so das Gefühl bei der Lektüre, möchte er genau zu diesem Fleiß motivieren.
Auch dem Sport widmet er ein Kapitel. Bohlen sagt: „Hoch den Hintern und los!“ Diesen einfach klingenden Tipp untermauert er dann noch mit praktisch anzuwendenen Beispielen, wie „such dir einen Trainer“ oder „setz dir kleine Ziele“. Sein Grundtenor lautet: Probiere alles aus, um das Richtige für Dich zu finden. Damit ist auf sehr einfache und deutliche Art gesagt, womit Motivationsexperten sich tagein und tagaus beschäftigen – nur, dass das Thema Motivation bei Bohlen an dieser Stelle auch schon endet. Aber das ist vielleicht auch gut so. Er ist schließlich kein Motivationsexperte, sondern versteht sich als Macher. Bohlen greift den uralten Imperativ „Entdecke dich selbst“ auf, wobei er ihn noch auffrischt um „und kämpfe dafür!“
30 Kapitel hat Bohlen auf 447 Seiten im Erzählstil untergebracht. Bohlen beschreibt, wie wichtig es ist, authentisch zu bleiben und seinen Träumen, seinen Ideen mit der notwendigen Portion Selbstbewusstsein – trotz vieler Kritik – treu zu bleiben. Er warnt vor Opportunismus: Ein deutliches Ja den Kritikern, ein Nein den Honig-um-den-Bart-Schmierern.
Das Buch schließt mit einem Aufruf an die Lehrer. Bohlen wünscht sicht, dass den Kindern in der Schule auch der Umgang mit ihren Gefühlen beigebracht wird. Davon erhofft er sich einen positiven Ruck durch unsere Gesellschaft.
Entweder man liebt Bohlen oder man hasst ihn – so heißt es immer wieder. Ich kann mich in diesem bipolaren Ansatz nicht wiederfinden. Einige Wesenszüge dieser Promi-Figur wirken aufgrund seines Buches sehr sympathisch, menschlich und bodenständig, andere eher abstoßend. "Der Bohlenweg" ist ein sehr persönlich wirkendes Buch. Bohlens direkte, zum Teil recht derbe Art zu sprechen, setzt er auch im Buch um. Man hat das Gefühl, er – der Dieter – sitze einem gegenüber und erzähle Anekdoten aus seinem Leben. Wobei er auch seine Fehlentscheidungen offen anspricht und sich im Nachhinein selbstkritisch beurteilt.
Was man vom "Bohlenweg" natürlich nicht erwarten darf, ist anspruchsvolle Literatur für eine kleine Zielgruppe – aber dafür steht ja auch ein Dieter Bohlen nicht. Er möchte Millionen Menschen mit seinem Buch erreichen. Wenn er Sie als Leser mit Hilfe dieses Buches motivieren konnte, raus zu gehen und in Ihrem Leben etwas zu verändern, dann war "Der Bohlenweg" die Investition von Geld und Zeit wert.
Dieter Bohlen
Der Bohlenweg
Heyne-Verlag, München 2008
19,95 Euro
Lauftagebuch: Sinn oder Unsinn?

|
Motivation |
|
Motivation |
Hinweis: Diese Website verwendet Facebook-Plugins – sind Sie bei Facebook eingeloggt, werden Daten an Facebook übertragen. Mehr Infos dazu gibt es hier.