23 Juni 2010 02:00
Wer es schafft, regelmäßig zu laufen, ist auf einem guten Weg – und droht, in die Falle der Routine zu tappen. Doch der Motivationsexperte zeigt Ihnen, wie Sie das verhindern.
Wenn Sie zumindest das Stadium des regelmäßigen Laufens erreicht haben, sollten Sie für einige Zeit nicht mehr alleine laufen. Warum? So sehr ich immer wieder betone, dass Regelmäßigkeit, kleine Rituale und immer mal wieder auch eine gute Portion Selbstbeobachtung die Qualität Ihrer Lauferfahrungen und damit die Kraft Ihrer Motivation verstärkt, so sehr droht dann auch die Falle der Routine. Wenn Ihre Fähigkeiten immer ausgeprägter werden und Sie die geplante Laufstrecke ohne konditionelle Einbrüche packen, kann das Laufen auf einmal langweilig werden. Höchste Zeit, nach größeren Herausforderungen Ausschau zu halten.
Doch in dieser Phase stecken auch erhebliche Risiken, wie zum Beispiel Überforderung durch zu hoch gesteckte Ziele, gesundheitliche Risiken, oder, dass Sie die Lust am Laufen ganz verlieren. Die Lösung: Finden Sie jemanden, der sich auskennt. Es gibt mit Sicherheit Menschen, die schon eine ganze Portion mehr Erfahrungen haben, die schon längere Zeit laufen und die sich durch Bücher, spezielle Trainings und regelmäßige Achim-Achilles-Lektüre ein ausgefeiltes Know-how zum Thema Laufen erworben haben. Finden Sie den für Sie passenden Mentor, der mit Ihnen abstimmen kann, welches die richtigen Steigerungen und neue Zielsetzungen sein können.
Sie werden sich fragen: Warum soll sich denn jemand auf eine derartige Begleitung einlassen? Ausführlicher gehe ich in einem gesonderten Beitrag auf dieses Thema ein. Hier sei nur kurz das Sprichwort zitiert: „Wer lehrt, lernt doppelt.“
Viele Menschen, die sich besondere Kenntnisse in einem Bereich angeeignet und spezielle Erfahrungen gesammelt haben, haben Freude daran, diese weiterzugeben. Und darüber hinaus hat wohl schon jeder die Erfahrung gemacht, dass man dadurch, dass man einem anderen Menschen etwas erklärt, selber größere Klarheit erlangt. So manche Frage meiner Teilnehmer in Seminaren oder Universitätsveranstaltungen haben mir geholfen, exakteres Wissen und tieferes Verständnis zu gewinnen. Durch meine praktische Tätigkeit als Trainer und als Universitätsdozent habe ich weitaus mehr gelernt als jemals zuvor in meinem Studium.
Vermeiden Sie Perfektionismus. Die Suche nach Mr. oder Ms. Right wird Sie nicht weiter bringen. Es geht nicht um eine lebenslange Partnerschaft. Möglicherweise wird nicht mal eine Freundschaft daraus erwachsen. Es geht pragmatisch darum, jemanden zu finden, der ein Stück weit erfahrener auf dem Gebiet des Laufens ist und der Sie herausfordern und durch die Vermittlung seines Know-hows fördern kann. Hinsichtlich der fachlich-technischen Kompetenz kommt es lediglich, darauf an, dass die Person, die in Frage kommt, einen ausreichend großen Vorsprung gegenüber Ihnen selbst hat. Das werden Sie selbst rasch beurteilen können. Dieser Wissensvorsprung ist aber nur die Basis einer guten Zusammenarbeit.
Weitaus wichtiger wird für den Erfolg die menschliche Komponente sein. Wenn Sie hier nicht genau hinschauen, kann die gute Idee, sich einem Mentor anzuvertrauen, auf eine Menge Ärger und Zeitverlust hinauslaufen. Schlimmstenfalls kann Ihnen sogar die Freude am Laufen für eine ganze Zeit völlig vergehen.
Ganz wichtig: Ihr Mentor oder Ihre Mentorin sollte das haben, was ich hier einmal „menschliche Reife“ nennen möchte. Woran erkennen Sie das?
Der Schweinehund und seine Freunde

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