23 Juni 2010 02:00
Der Motivationsexperte macht Sie mit den Freunden des inneren Schweinehundes bekannt. Er erklärt, wie Sie sie auf Ihre Seite ziehen, um Ihre Ziele zu erreichen.
Das Ziel ist formuliert? Super!
Sie haben es verschriftlicht? Gratulation!
Sie haben mit dem Erreichen des Zieles begonnen? Grandios!
Falls Sie die letzte Frage mit Nein beantwortet haben: Höchste Zeit für einen sogenannten Öko-Check! Das ist eine Überprüfung, inwiefern das Ziel für Sie persönlich und Ihre Mitwelt verträglich ist. Diese Form eines Realitäts-Checks wird Sie in die Lage versetzen, die verborgenen Zielverhinderer zu entdecken. Der innere Schweinehund hat nämlich noch Verwandte und Freunde: unser direktes Umfeld oder die formulierte Zielsetzung selbst.
Das konsequente Umsetzen eines gesetzten sportlichen Zieles bedeutet fast immer, dass Sie sich Zeit für sich selbst nehmen. Das hat häufig zur Folge, dass Sie weniger Zeit mit Partner oder Partnerin, Familie und Freunden verbringen. Oder andere Befürchtungen werden geweckt: Zum Beispiel, dass andere Ihren möglicherweise noch nicht vollständig durchtrainierten Körper in knapper Sportkleidung begaffen; dass Ihr Partner in der Zeit, die Sie für das Laufen aufwenden etwas noch Lustigeres unternimmt; oder dass Sie es eh wieder nicht durchhalten und vorzeitig abbrechen und so weiter.
Haben Sie erst einmal richtig Freude am Laufen gewonnen, entschließen Sie sich möglicherweise für ein größeres Ziel: Teilnahme an Wettkämpfen, an einem Halb- oder Marathon. Das bedeutet noch mehr Training, mehr Disziplin beim Essen, aber auch: neue Menschen kennen lernen, neue Freundschaften, vielleicht eine ganz neue Ausrichtung Ihres Lebens.
Ihr Unterbewusstsein hat sofort mitbekommen, dass Sie Ihr Ziel aufgeschrieben haben und denkt sich blitzschnell Etliches aus, um Sie vom Laufen abzuhalten. Je mutiger Sie bei dem Hinterfragen der eigenen Muster sind, desto schneller werden Sie auch den unangenehmeren – rein theoretisch denkbaren – Aspekten auf die Spur kommen. Fast alles, was bei uns im Hintergrund rumort und uns von wichtigen Dingen abhält, ist häufig reines Angst-Rauschen ohne Substanz. Beschäftigen Sie sich jedoch nicht mit diesen Szenarien, kann es Sie völlig blockieren.
Erst wenn Sie sich die Konsequenzen Ihres erreichten Zieles klar machen, können Sie auch bewusst mit ihnen umgehen und dafür sorgen, dass Sie Ihr Ziel in Harmonie mit sich selbst und Ihren Mitmenschen realisieren.
Eine weitere Art ökologischer Unverträglichkeit sind innere Widerstände. Hinter jedem Ihrer Widerstände steckt eine positive Absicht. Ein Widerstand ist Ausdruck Ihrer inneren Stimme: Das Ziel passt nicht zu Dir! Du hast Dir zu wenig vorgenommen, keine echte Herausforderung, die Dich wirklich in Bewegung bringt! Das Ziel ist derzeit zu groß! Erst den Halbmarathon, dann den Marathon! Auf gar keinen Fall einen Marathon! Nochmal ein Marathon – wie langweilig!
Erst, wenn Sie die Absicht identifiziert haben, die sich ihrem Ziel widersetzt, können Sie diese mit Ihrem Laufvorhaben in Bezug bringen und entscheiden, was wirklich wichtig für Sie ist. Der Öko-Check sorgt dafür, dass Sie nicht mechanisch irgendetwas hinterher rennen, sondern sich nach gründlicher Prüfung mit Ihrem Ziel tatsächlich verbinden und ein echtes Bekenntnis dazu entwickeln.
Mit dem Öko-Check überprüfen Sie, welche Konsequenzen das Erreichen Ihres Zieles für Sie und auch Ihr direktes Umfeld hat. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um zu überlegen:
Welche Folgen haben meine Bemühungen, mein Ziel (.......) zu erreichen?
Welche Folgen stellen sich ein, wenn ich mein Ziel verwirklicht habe?
Gute Vorsätze: Nichts für morgen – sondern heute

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