Achim Achilles empfiehlt:Keine Ausreden: Die besten Tipps, Tricks und Regeln für den sicheren Winterlauf. |
23 Juni 2010 02:00
Auf Achim-Achilles.de kann jeder Läufer ein Lauftagebuch führen. Doch warum überhaupt vor dem Computer sitzen? Der Motivationsexperte erklärt, weshalb eine vernünftige Dokumentation das Training besser macht.
Was ist ein Lauftagebuch?
Ein Lauftagebuch ist eine persönliche Sammlung von Daten der eigenen Läufe. Es dient zur Dokumentation des persönlichen Laufpensums, der zurückgelegten Strecke oder auch Entfernung sowie der dafür benötigten Zeit. Darüber hinaus wird der durchschnittliche Puls abgefragt, wie auch der maximale Puls, das jeweilige Gewicht am Tag des Eintrags sowie eine Auswahl aus sieben Beschreibungen der an diesem Tag vorherrschenden Motivation.
Die Dokumentation Ihrer Läufe in Form eines Lauftagebuches hat den Vorteil, die Leistungssteigerungen, Leistungsstagnationen und Leistungsrückgänge zu beobachten, zu analysieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Da der Zeitraum zunächst unbegrenzt ist, kann man über einen langen Zeitraum die Leistungsschwankungen beobachten.
Der Vorteil eines Tagebuchs ist, dass es nie abgeschlossen ist. Von Zeit zu Zeit werden Sie eventuell die Einträge unterbrechen, um dann – zu einem späteren Zeitpunkt – wieder damit zu beginnen.
Die Einträge ins Lauftagebuch erlauben statistische Auswertungen, die eingetragenen Werte können auch in Kurven dargestellt werden. Es ist von jedem Internet-Zugang der Welt erreichbar, auch im Urlaub oder auf Dienstreisen. Und: Es soll vor allem zur Motivation beim Training dienen.
Inwiefern dient ein Lauftagebuch der Motivation?
Dass es sinnvoll ist, Ziele zu verschriftlichen, habe ich in vorangegangenen Artikeln deutlich unterstrichen. Jetzt fragen Sie sich sicherlich, warum Sie nun neben den in der Zukunft liegenden Zielen auch noch das Vergangene dokumentieren sollen.
Das Lauftagebuch ermöglicht die Dokumentation Ihrer Leistungen, es geht um ein exaktes Festhalten von Fakten. Sie werden kaum noch in Erinnerung haben, wie lang Sie vor zwei Monaten für die Hälfte Ihrer jetzigen Strecke brauchten – habe ich Recht? Führen Sie ein Lauftagebuch, bleibt kein Raum für Ratespiele und Wunschdenken – Sie können die Realität jederzeit nachverfolgen.
Regelmäßiges Laufen ist ein Prozess aus einer Aufeinanderfolge von Einheiten. Grob unterscheiden können wir für unsere Zwecke Einheiten, in denen wir laufen, von anderen Einheiten, in denen wir nicht laufen. Vor jeder Laufeinheit müssen wir uns das Ziel setzen, wieder zu Laufen. Zwischen diesem Ziel und dem eigentlichen Handeln bewegen sich unsere Gedanken in Form von lautlosen Worten eines Selbstgespräches. Wir wägen ab, was wir wollen und wie wir es wollen. Das Für und Wider des Laufens wird vor dem Hintergrund der eigenen Stimmung, der vorgenommenen Zielsetzung, der Wetterlage, der körperlichen Verfassung und etlicher anderer Faktoren abgewogen.
Mal dauert dieser Prozess nicht mal eine Minute, manchmal zieht er sich gehörig in die Länge. Schließlich laufen wir oder wir laufen nicht. Diesen inneren Stimmen Ausdruck zu verleihen – in Form eines Eintrags im Lauftagebuch bei den Punkten Motivation und im Bereich „Notizen“ – verschafft uns die Möglichkeit, unsere so genannte „innere Landschaft“ genauer kennen zu lernen. Es wird so viel leichter herauszufinden, welche Aspekte unsere Laufbereitschaft fördern und welche uns innerlich abbremsen.
So kann man zum Beispiel wiederkehrende Muster erkennen: Ist meine Leistung besonders am Wochenanfang schlechter als zum Wochenende hin? Ist meine Lauf-Motivation nach einer Sex-Nacht schwach oder bin ich in Top-Form? Sinkt meine Motivation vor allem nach Auslandsaufenthalten, privatem Stress oder bis in die Nacht andauernden Geschäftsessen? Oder setzen derartige Lebenssituationen zusätzliche Energien und Entschlossenheit frei? Oder werden Gedanken mobilisiert, die Sie bereits beim Thema Aufschieberitis erkannt haben – solche oder andere Schatten, die auf unsere innere Landschaft fallen, können durch regelmäßiges Tagebuch schreiben enttarnt werden und verlieren somit die Macht, uns zu beherrschen.
Letztendlich ist es dann wichtig, aus den Erkenntnissen des Lauftagebuches Maßnahmen und Strategien zu entwickeln, die den Umgang mit den „störenden Einflussgrößen“ erleichtern oder idealerweise diese sogar auflösen.
Sie werden vor allem eins merken: In dem uralten Erfahrungssatz „Nichts ist so erfolgreich wie der Erfolg!“ steckt eine großartige Wahrheit. Jeder noch so kleine Fortschritt, den Sie dokumentieren und den Sie sich wieder anschauen können, verstärkt Ihre Laufbereitschaft und stärkt Ihre Willenskraft.
Gute Vorsätze: Nichts für morgen – sondern heute

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