23 Juni 2010 02:00
Wer weiß wo er hin will, hat den ersten Schritt zum Erfolg getan. Der Motivationsexperte erklärt, warum wir Ziele brauchen und warum sie uns Auftrieb verleihen.
Vielen Dank allen, die an unserer Umfrage in der vergangenen Woche teilgenommen haben. Sämtliche Teilnehmer haben für dieses Jahr ernsthafte Vorsätze gefasst. Etwa die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer hatte bereits 2008 Vorsätze gefasst und wiederum die Hälfte von ihnen sind mit der Einhaltung ihrer Vorsätze zufrieden. Das heißt aber auch umgekehrt, dass etliche Vorsätze nicht eingehalten wurden und dass ein erheblicher Teilnehmerkreis in diesem Jahr erstmalig Erfahrungen mit der Einhaltung von Vorsätzen machen wird. Die Bilanz für die ersten Wochen dieses Jahres sieht ganz gut aus: Immerhin haben 42 Prozent ihre Vorsätze fortlaufend eingehalten. Rund 52 Prozent mit Unterbrechungen. Nur fünf Prozent der Umfrage-Teilnehmer haben ihre Vorsätze gar nicht eingehalten.
Was können Sie tun, damit diese positiven Ansätze sich in den nächsten Monaten verstärken und Sie am Silvesterabend 2009 stolz darauf zurückblicken, dass Sie das, was Sie sich vorgenommen hatten, tatsächlich erreicht haben?
In drei aufeinander folgenden Beiträgen erfahren Sie jetzt, was Menschen machen, die ihre Vorsätze verwirklichen. Sie werden sehen, dass es nichts gibt, was Sie nicht auch tun könnten. Entscheidend ist allein, dass Sie sich entscheiden es zu tun.
Fragen wir Läufer, ob sie ein Ziel haben, sagen sie häufig: "Klar!" Sie nennen Zeiten, Distanzen, Wettkämpfe, Gewichtsverlust und viele andere Ziele. Fragen wir aber, ob sie diese Ziele auch schriftlich festgehalten haben, erhalten wir oft ein Schulterzucken und ein vorsichtiges "Nein".
Dass Ziele ein wichtiges Instrument zur Motivation sind, ist uns allen bewusst. Das Visualisieren von Zielen mit Bildern haben wir bereits in einem anderen Text besprochen. Wenn Sie sich beim Lesen dieses Textes vielleicht geweigert haben, eine Collage zu erstellen, erhalten Sie nun eine weitere Möglichkeit, wie Sie Ihre Ziele materialisieren können.
In diesem Beitrag geht es darum, die Bedeutung des Aufschreibens von Zielen hervorzuheben.
1979 begannen Wissenschaftler der Harvard-Universität mit einer Studie, bei der sie alle Abgänger eines Jahrgangs interviewten. Sie wollten herausfinden, inwiefern sie klare Ziele und Pläne für ihr künftiges Leben haben. Falls sie diese hatten, wollten sie wissen, ob sie diese auch schriftlich festgehalten hätten.
Drei Prozent der Befragten gaben an, sowohl klare Ziele und Pläne zu besitzen, als auch, diese schriftlich festgehalten zu haben. 13 Prozent hatten Ziele und Pläne, aber keine schriftliche Fixierung. 84 Prozent hatten überhaupt keine klaren Vorstellungen von ihrer Zukunft. Zehn Jahre später wurden dieselben Personen erneut interviewt. Das Ergebnis: Die Drei-Prozent-Gruppe, mit ihren klaren, schriftlich festgehaltenen Zielen, verfügte über ein Einkommen, das zehnmal so hoch lag wie das der restlichen 97 Prozent, von denen einige Ziele hatten – sie aber niemals schriftlich festhielten.
Diese Harvard-Studie belegt, dass jeder Erfolg als Urvoraussetzung zunächst eine Idee braucht. Und es zeigte sich: Große Ziele wecken große Energien. Wobei „Größe“ individuell äußerst unterschiedlich verstanden werden kann: für den einen Menschen kann es ein großes Ziel sein, jede Woche regelmäßig zweimal 30 Minuten zu laufen. Für einen anderen ist es der Marathon im nächsten Jahr. Für den dritten ist es ein Platz unter den ersten Zehn beim „Iron Man“. Es kann das bestandene Examen sein, ein eigenes Geschäft, ein verfasster Zeitungsartikel, eine eigene Fotografie, die veröffentlicht wird, die Versöhnung mit einem Gegner, das Kind in den Armen der Mutter, die Bewältigung einer Krise und vieles mehr.
Die unbeirrte, beständige, zielstrebige Verfolgung eines persönlich wichtigen Vorhabens stärkt unser Selbstbewusstsein, vergrößert unsere Selbstachtung und unser persönliches Wertgefühl. Ohne ein Ziel sind wir wie ein Schiff ohne Ruder – wie der Dichter Carlyle schrieb – richtungslos und verloren. Aber ein Ziel, das wir nur in unserem Kopf behalten, kann sehr leicht durch andere Bilder überlagert, an die Seite gedrängt oder ganz vergessen werden. Ein Ziel, das Sie durch Aufschreiben aus der mentalen Welt in die materielle Welt von Papier und Schrift transformiert haben, hat eine völlig andere Wirkung. Im nächsten Beitrag stelle ich Ihnen die SMART Methode vor, die eine perfekte und bewährte Hilfe für die Verschriftlichung von Zielen ist.
Und wenn Sie noch gar keine Vorsätze gefasst haben: Es ist immer noch Zeit, aus diesem Jahr ein besonderes zu machen!
Die guten Vorsätze werden umgesetzt!
In diesem Sinne,
herzlichst,
Ihr Flow-Doc
Gerhard Huhn
Motivation und Wille – zwei Seiten einer Medaille?

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