13 Dezember 2011 00:00
Monat für Monat stellte Achim-Achilles.de die interessantesten Sportbücher vor. Jetzt präsentieren wir noch mal die sieben ultimativen Buchempfehlungen des Jahres – ideal auch für Läuferpartner, die noch Weihnachtsgeschenke suchen.
Wichtigster Satz: "Laufen war etwas sehr Wesentliches für ihn, und die Art und Weise, mit der er sich damit auseinandersetzte, war das Wesentlichste, das er kannte.“
Was steht drin? Der Student Quenton Cassidy hat einen großen Traum: ein Mal im Leben die Meile unter der magischen Grenze von vier Minuten zu laufen. An seiner Universität ist Cassidy der talentierteste Läufer und wird von Olympiasieger Bruce Denton unter die Fittiche genommen. Als Cassidy durch eine Intrige von der Uni verbannt wird, beginnt er unter Anleitung von Denton ein knüppelhartes Trainingsprogramm. Sein gesamtes Leben ordnet er monatelang einem einzigen Ziel unter: den besten Meilenläufer der Sportgeschichte zu besiegen. "Cassidys Lauf" – in Amerika seit Jahrzehnten ein Kultbuch unter Läufern – beginnt zunächst wie ein Campus-Roman, es geht um Mädchen, Suff und Jungsstreiche. Doch mit jeder Seite entfaltet sich mehr und mehr das Psychogramm eines manischen Ausdauersportlers; jeder, der schon mal über einen längeren Zeitraum zielgerichtet für einen Wettkampf trainiert hat, wird sich in Cassidy wiedererkennen. Das macht den Roman zur perfekten Motivationslektüre für Läufer, die sich durch eine lange Marathon-Vorbereitung mühen.
Wer hat's geschrieben? Der Schriftsteller John L. Parker, Jahrgang 1947, war als Student selbst ein begabter Läufer, der zahlreiche Titel gewann. Mit "Cassidys Lauf", das im Original bereits 1978 erschien, arbeitete er seine Sportlervergangenheit auf. Später verdingte er sich unter anderem als Journalist und Anwalt. In Amerika gibt es unter dem Titel "Again to Carthage" einen Fortsetzungsroman zu "Cassidys Lauf".
Ideales Geschenk für: Läufer in der Marathon-Vorbereitung; Läufer, die gerne Romane lesen; Studenten
Wichtigster Satz: „Wer weiß, wie er selbst und andere Menschen funktionieren, gewinnt Kontrolle über seinen Alltag – jedenfalls teilweise.“
Was steht drin? Dr. Kitz und Dr. Tusch sind wahre Profi-Psychologen. Sie schaffen es tatsächlich dem Leser gute Ratschläge zu erteilen, ohne besserwisserisch zu klingen. Sie erklären psychologische Theorien sehr anschaulich, schnörkellos und praxisnah. Und sie informieren, ohne zu langweilen – im Gegenteil: Das Buch ist hervorragend geschrieben, so unterhaltsam, kurzweilig und gewitzt, dass man ständig Schmunzeln muss. Warum sollten wir schöne Dinge öfter mal unterbrechen? Wie gestalte ich Sex interessanter? Und warum brauchen wir Konflikte wie die Luft zum Atmen? Die beiden Docs finden Antworten, die nicht enttäuschen – immer mit einem lebensnahen Tipp für den eigenen Alltag.
Wer hat’s geschrieben? Dr. Kitz und Dr. Tusch sind tatsächlich studierte Psychologen. Die beiden haben den Spiegel-Bestseller „Das Frustjobkillerbuch – Warum es egal ist, für wen Sie arbeiten“ geschrieben. Volker Kitz hat zudem noch Jura studiert. Er arbeitet als Anwalt und Coach und lebt in München. Manuel Tusch ist Lehrbeauftragter an mehreren Unis und hat sich auf Coaching. Mediation, Supervisio und Gesprächstherapie spezialisiert.
Ideales Geschenk für: Küchen-Psychologen, Grübler, Verzetteler und Prokrastinierer (Leute mit „Aufschieberitis“)
Wichtigster Satz: "Das Leben ist zum Mitmachen da, nicht zum Zuschauen."
Was steht drin? Wer Kathrine Switzer ist, muss man Läufern nicht erklären. Sie war die erste Frau, die einen Marathon lief, zu einer Zeit, als es Frauen noch verboten war, bei Wettbewerben zu laufen. Doch Kathrine Switzer ist mehr als nur eine Frau, die vor sich hin läuft. Sie hat den laufenden Frauen ein Gesicht und eine Stimme gegeben. Ihr Buch beschreibt den langen Weg, den sie zurückgelegt hat. Von der Frau, die beim Boston-Marathon mit Gewalt von der Rennstrecke geholt werden sollte, bis zu der Frau, die der olympischen Sportwelt 1984 den Frauenmarathon brachte. "A true american Story" von einer Läuferin, die auf allen Ebenen des Lebens einen langen Atem bewies.
Wer hat's geschrieben? Kathrine Switzer, im Übrigen in Deutschland geboren, ist nicht nur "Marathon Woman", weil sie die erste Frau war, die die 42,195 Kilometer bei einem Wettbewerb lief, sie hatte auch Talent: 1974 gewann sie den New York Marathon. Sie ist Journalistin, Autorin und Kommentatorin – für ihre TV-Moderationen wurde sie mit einem Emmy ausgezeichnet. In diesem Jahr lief sie – mit 64 Jahren – den Berlin-Marathon.
Ideales Geschenk für: Alle, die Inspiration und Motivation suchen; Angsthasen; Männer, die eine Frau haben, die läuft;
Wichtigster Satz: "Seit zehn Jahren bringe ich durch Training mit dem eigenen Körpergewicht die schlanksten, stärksten und selbstbewusstesten Menschen der Zivilisation hervor.“
Was steht drin? Auf dem Buchcover sehen wir einen durchtrainierten, halbnackten Mann, der im Freien – und offensichtlich auch noch im Regen – Liegestütze macht und dabei einen Urschrei ausstößt. Spätestens da denken die meisten: Das ist nichts für mich. Doch auch wenn das Buch nach militärischem Drill aussieht, ja förmlich riecht, und nicht gerade durch gewagtes Layout besticht, hat es doch eine gewisse Anziehungskraft. Hat Buchautor Mark Lauren seinen Adoniskörper wirklich ganz ohne Geräte erschaffen? In schnörkellosen Kapiteln kommt Lauren schnell zum Wesentlichen: Das Dach brennt, Rumänisches Kreuzheben, König der Trottel – so heißen die einfachen Kraftübungen. Man braucht fast nichts außer seinem eigenen Körper – naja gut, ein bisschen Motivation. Aber dafür schaut man einfach öfter mal aufs Cover. Hooya!
Wer hat’s geschrieben? Angeblich war Mark Lauren mit 13 ein dürres, schüchternes Kind. Ob es stimmt oder nicht: Lauren macht heute keinen schüchternen Eindruck mehr – er bereitet Elitesoldaten auf Ihren Einsatz vor. Thaiboxer, Triathlet, Trainer – der Kerl macht einem auf mehreren Ebenen Angst. Ach ja, Lauren hält auch immer noch den Tauchrekord seiner Spezialeinheit: 133 Meter – ohne einmal zu atmen. Bitte nicht nachmachen.
Ideales Geschenk für: Bodybuilder, Läufer, die keine Lust mehr auf Stabis haben, Möchtegern-Soldaten.
Wichtigster Satz: "Vermehrte Nahrungsaufnahme ist letztlich nichts anderes als eine Notlösung des Gehirns, das sich in einer Energiekrise befindet."
Was steht drin? Klar, Diäten bringen nichts – das weiß jeder, der sich schon mal eine Schlankheitskur aufgezwungen hat. Die Disziplin, nur noch bestimmte Lebensmittel zu essen, ist schnell dahin. Viele Menschen leiden dann und fühlen sich schuldig. Aber ist es wirklich unsere Willensschwäche, die am Abspecken hindert? Nein, sagt Hirnforscher Achim Peters, der in "Das egoistische Gehirn" der Frage nachgeht, warum manche Menschen dick werden und andere nicht. Durch zahlreiche Studien hat Peters festgestellt, dass der Energiebedarf unseres Gehirns verantwortlich ist für die Speckschürzen. Denn: Vor allem bei Stress fordert es besonders viel Energie. Daraus folgert Peters, was das Rezept ist gegen überflüssige Pfunde: Das Gehirn muss lernen, mit Stress so umzugehen, dass nicht der Körper leidet; das Stresssystem, so Peters, muss in eine "stabile Ruhelage" gelangen.
Wer hat's geschrieben? Achim Peters, Jahrgang 1957, ist ein renommierter Hirnforscher und Spezialist für Adipositas-Erkrankungen. An der Universität Lübeck leitet er die Forschungsgruppe "Selfish Brain". Die gleichnamige Theorie, die Peters entwickelte, wird von Experten als besonders innovativ gelobt. Sie besagt, dass das menschliche Gehirn versucht, bei der Regelung der Energieversorgung vor allem den hohen Eigenbedarf zu decken.
Ideales Geschenk für: Moppel-Ichs, Kalorienzähler, Nordic Walker.
Wichtigster Satz: „Wenn Sie nicht das Richtige essen und vor allem trinken, wird der Stress ihr Hirn ruinieren.“
Was steht drin? Der Autor enthüllt, was in unseren Lebensmitteln steckt. Und manchmal möchte man es gar nicht so genau wissen. Aber Hans-Ulrich Grimm kennt kein Erbarmen. Er sagt: „Die Lebensmittelproduzenten haben dem Essen Nährstoffe entzogen und sie durch Chemikalien ersetzt – und die machen uns krank.“ Zitronensäure frisst graue Zellen, Süßstoff macht aggressiv und Glutamat führt zu Gefräßigkeit und so weiter. Das Buch verbreitet Panik, verdirbt gehörig den Appetit – zumindest auf industriell gefertigtes Essen. Und das beides: vollkommen zu Recht.
Wer hat's geschrieben? Hans-Ulrich Grimm ist kein Märchenonkel, er ist ehemaliger Spiegel-Redakteur, Buchautor und betreibt die Website food-detektiv.de
Ideales Geschenk für: Alle, die es beim Essen bisher vor allem billig und schnell mochten.
Wichtigster Satz: „Grenzen gibt es nur im Kopf“
Was steht drin? Christian Schiester als einen Getriebenen zu bezeichnen, ist eine sanfte Untertreibung. Der Kerl ist verrückt. Steht nie still, läuft auf dem Laufband in der Sauna, um sich auf die Hitze vorzubereiten, geht dort Laufen, wo andere fliehen, etwa in Kriegs- oder Krisengebieten. Rennt durch den Dschungel, durch Schnee, über Eis. Extrem. Durchgeknallt. Und, ja, auch bewundernswert. Sein Erlebnisbericht von vier Wüstenrennen liest sich wie ein Abenteuerroman. Je 250 Kilometer in Chile, in der Sahara, in Australien und der Wüste Gobi in China. Das allein gibt genug Stoff für wilde Träume. Doch noch viel interessanter sind die kleinen Begebenheiten am Wegesrand, von denen Schiester erzählt: Probleme mit Behörden, Freund- und Feindschaften, Betrügereien von Mitläufern, Kampf mit den eigenen Emotionen. Tod. Da, so klingt durch, kommt selbst Schiester ab und zu an seine Grenzen.
Wer hat’s geschrieben? Christian Schiester ist Extremsportler. Seine Biografie klingt wie aus einem schlechten Walt-Disney-Film: Mit 20 noch Kettenraucher, Bewegungsmuffel und 100 Kilo schwer, heute ein sehniger Bursche, der Marathon läuft und in der Wüste Rennen absolviert. Schiester hält Vorträge, hat einen Film und ein Buch herausgebracht – durchs Laufen wurde er zum Geschichtenerzähler.
Ideales Geschenk für: Zauderer, Angsthasen, Auf-Morgen-Verschieber.
Wichtigster Satz: „Um das Unmögliche möglich zu machen (die Welt umsegeln, eine Meile unter vier Minuten laufen, zum Mond fliegen), muss man das Populäre ignorieren.“
Was steht drin? Weniger Fett, mehr Muskeln, besserer Sex, schneller Rennen – Timothy Ferriss erhebt mit „Der 4-Stunden-Körper“ den Anspruch, den universellen Ratgeber für gesundes, aktives, glückliches Leben vorgelegt zu haben. Das ziegelsteindicke Buch ist ausgiebig und teilweise pikant illustriert („Der 15-Minuten-Orgasmus der Frau“). Die Kapitel werden außerdem durch Listen, Übungstipps und Trainingspläne aufgelockert, so dass sich das Buch prima als Nachschlagewerk für fast alle Themen rund um den Körper eignet.
Wer hat’s geschrieben? Der Amerikaner Timothy Ferriss, Jahrgang 1977, gründete nach seinem Abschluss an der Princeton-University 2001 sein erstes Unternehmen und verkaufte Sportlernahrung. Auf einer Weltreise merkte er, dass er seine Firma nebenbei in vier Wochenstunden führen kann – über seine Erfahrungen schrieb er den Bestseller „Die 4-Stunden-Woche“, der ihn vor allem unter Managern berühmt machte. Heute posiert er auf Pressefotos gerne mal mit Sixpack.
Ideales Geschenk für: Ungeduldige Zeitgenossen, Manager, Freunde erotischer Zeichnungen

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