16. Juni 2010
Zahlen belegen, dass Sport sinnvoller Bestandteil einer Krebstherapie sein kann – und den Patienten Freude bringt. Doch als Therapieform ist Sport längst nicht etabliert. Münchner Mediziner wollen nun dafür sorgen, dass das anders wird.
"Sport spielt bei der Vorsorge und der Rehabilitation von Krebs eine wichtige Rolle", sagt Professor Martin Halle, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU München. "Körperliche Aktivität gibt Krebspatienten die Möglichkeit, aktiv etwas gegen die Erkrankung und für die Genesung zu tun."
Es gibt bereits Zahlen, die belegen, wie sich körperliche Aktivität in der Krebstherapie positiv auswirkt: Um bis zu 40 Prozent könne die 5-Jahressterblichkeit bei Darmkrebspatienten, bei denen sich bereits Lymphknotenabsiedlungen gebildet haben, durch Sport reduziert werden – etwa durch mehr als vier Stunden zügiges Spazierengehen pro Woche. „Das ist mehr als man sich durch eine zusätzliche Chemotherapie erhoffen könnte“, sagt Halle.
Der 1. Internationale Sport- und Krebskongresses in München will nun bewusst machen, wie wichtig Sport in der Krebstherapie ist, und zeigen, wie Mediziner Sport als Medikament gegen Krebs einsetzen können. Ziel ist es, Sport als neuen Heilungsansatz zu etablieren.
Vom 20. bis 22. November findet der Kongress am Zentrum für Prävention und Sportmedizin der TU München im Olympiapark statt. Dabei gibt es auch einen kostenlosen Patienteninformationstag, Motto: "Wir laufen dem Krebs davon".
"Mit diesem Aktionstag wollen wir Betroffene ermuntern, aus der Passivität herauszukommen, selbst aktiv zu werden und dabei zu erkennen, dass Sport im Gegensatz zur herkömmlichen Krebstherapie richtig Spaß macht“, sagt Halle, dem die Idee zum Kongress übrigens beim Joggen kam.
Gute Schmerzen, böse Schmerzen
