08 September 2010 10:08
Wettkämpfe, die länger als die Marathon-Distanz sind, können den Herzmuskel angreifen. Selbst Spitzenläufer sind vor den Schäden nicht gefeit, sagen Forscher.
Ultra-Langstrecken-Läufe können den Herzmuskel schädigen, auch bei Spitzenathleten. Das sagen Wissenschaftler aus Liverpool, die 45 Teilnehmer des Ultramarathon-Rennens "Lakeland Race" untersucht hatten. Die Probanden waren zwischen 24 und 62 Jahre alt und hatten bereits mehrfach an Marathons und Ultramarathons teilgenommen. Bei keinem war vor dem Rennen ein Herzproblem bekannt gewesen.
Nach Ende des Laufes von mindestens 80 Kilometer durch zum Teil hügeliges Gebiet wiesen 96 Prozent der Teilnehmer einen signifikanten Anstieg von Troponin I auf, einem möglichen Indikator für Schädigungen des Herzmuskels. 12 Prozent der Teilnehmer hatten Anzeichen einer signifikanten Schädigung des Herzmuskels. 50 Prozent der EKGs zeigten Veränderungen. Nach dem Lauf wurde eine sechsprozentige Abnahme der Herzfunktion beobachtet, "die bedeutsam sein könnte", so die Studienautoren.
In einer weiteren Studie der Berliner Charité-Universitätsklinik zeigten 167 Teilnehmer des Berlin-Marathons mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren nach dem Lauf echokardiographische Veränderungen. Diese bildeten sich allerdings nach 14 Tagen wieder zurück.
"Die Teilnahme an Ultramarathons ist aus medizinischer Sicht problematisch, das dafür notwendige Trainingspensum ist über die Jahre mit einer erhöhten Gesamtmortalität belastet", sagt Prof. Dr. Eckart Fleck vom Deutschen Herzzentrum Berlin. "Wir wissen aus früheren Untersuchungen, dass Marathonläufer, Skilangläufer, aber auch andere Ausdauersportler ein ungewöhnlich hohes Risiko für Vorhofflimmern aufweisen."
Die Häufigkeit von Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmusstörung, betrug bei den regelmäßig untersuchten Athleten 12,8 Prozent. Zum Vergleich: In der Allgemeinbevölkerung sind nur 0,5 Prozent davon betroffen, erst ab 75 Jahren steigt die Rate auf ca. 15 Prozent an.
Um aus medizinischer Sicht einen Marathon laufen zu können, ist im jahrelangen Training ein Laufpensum von etwa 50 Kilometer wöchentlich nötig, was bei einem 70 Kilo schweren Mann einem Kalorienverbrauch von etwa 3.500 Kilokalorien pro Woche entspricht. Für einen Ultra-Marathon sind zumindest 80 Kilometer pro Woche günstig (ca. 5.600 Kilokalorien pro/Woche).
Das optimale Trainingspensum für den Gesundheitssport liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie bei 3 x 45 bis maximal 3 x 60 Minuten aerobem Training pro Woche. Das entspricht einem Verbrauch von etwa 1.500 bis 2.100 Kilokalorien pro Woche. "Es spricht also vieles dafür, Sport nicht allzu drastisch zu betreiben", sagt Prof. Fleck.
Dehnen schützt nicht vor Verletzungen
Wissenschaftler: Zuviel Sport schadet

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Interessanterweise wurden am 20. August auch noch zwei andere ARtikel veroeffentlicht. Einmal der mit dem Thema, dass Marathons wahrscheinlich keine Langzeitschaeden verursachen. Und dann noch einer als direkter Widerspruch: 15 Athleten, die an einem 800km Rennen ueber 6 Tage teilnahmen. Und - es wurde KEINE Beeintraechtigung der Herzfunktion gefunden.
http://www.escardio.org/about/press/press-releases/esc10-stockholm/Pages/endurance-cardiac-fatigue.aspx
Tjaa - wer hat nun Recht...??? Es lebe die Wissenschaft! ;-)