14 Juni 2010 02:00
Liebe Läufer, Rennerei ist nicht alles. Denn: Einer aktuellen Studie zufolge leben Männer mit muskulösen Armen und Beinen im Durchschnitt länger als Untrainierte. Ein ausgewogenes Training ist daher umso wichtiger.
Muskeltraining macht nicht nur Eindruck bei Frauen, sondern verringert auch das Krankheitsrisiko. Fitnessprogramme sollten deshalb nicht einseitig auf Herz-/Kreislaufübungen setzen, sondern auch auf die Kräftigung der Muskulatur abzielen, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit.
Ein internationales Forscherteam hat in einer fast 19 Jahre langen Untersuchung knapp 8.800 Männer zwischen 20 und 80 Jahren beobachtet und ihre Muskelkraft analysiert. Dabei zeigte sich, dass eine schwache Muskulatur die Sterblichkeit um bis zu 50 Prozent erhöht. „Eine höhere Muskelkraft schützt offenbar sowohl jüngere als auch ältere Menschen. Selbst übergewichtige Menschen haben eine längere Lebenserwartung, wenn sie gut trainierte Muskeln haben", sagt Martin Halle vom BDI. Tödliche Herz-/Kreislauf- und Krebserkrankungen treten dann seltener bzw. später auf.
Muskelstärke alleine wirkt sogar auch ohne Kreislauftraining lebensverlängernd. Allerdings haben eine hohe Muskel- und Kreislauf-Fitness zusammen einen größeren Effekt. Denn nur zusammen mit einem kräftigen Herz-/Kreislaufsystem lassen sich der Studie zufolge Herz- und Gefäßerkrankungen vermeiden: So lag die Sterblichkeit der Männer mit der stärksten Muskulatur und dem kräftigsten Kreislauf um 60 Prozent niedriger als bei den Teilnehmern mit der geringsten Muskelkraft.
„Die Ergebnisse belegen, wie wichtig eine kräftige Muskulatur für die Gesundheit ist. Die Resultate beziehen sich zwar nur auf Männer, sind aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für Frauen gültig", sagt Halle. Fitnessprogramme, die ausschließlich eine Stärkung des Kreislaufs zum Ziel haben, seien daher auf Dauer nicht ausreichend. Vielmehr müssten sie durch gezieltes Krafttraining ergänzt werden. „Kreislaufübungen sind gut, Kraft- und Ausdauertraining zusammen ist besser", folgert der Sportmediziner.
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