12 Januar 2012 09:39
Die Angst vorm tödlichen Zusammenbruch läuft bei vielen Marathon-Startern mit. Amerikanische Ärzte geben in einer neuen Studie jetzt Entwarnung: Die Gefahr eines Herzstillstands ist bei Langstreckenläufen nicht größer als bei sonstigem Freizeitsport.
Wenn Läufer bei einem Marathonrennen tot zusammenbrechen, gerät die Szene regelmäßig in Aufruhr. Wie gefährlich ist die Königsdistanz wirklich, fragen sich viele Sportler dann. Eine neue Studie bringt jetzt Klarheit: Marathon-Läufer haben kein erhöhtes Risiko für einen Herzstillstand, schreiben Wissenschaftler von der Havard-Universität im "New England Journal of Medicine".
Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, hatten die amerikanischen Ärzte alle Fälle ausgewertet, bei denen Teilnehmer von Marathons in den USA zwischen den Jahren 2000 und 2010 Herzprobleme bekamen. Von den elf Millionen Teilnehmern erlitten 59 während oder kurz nach dem Rennen einen Herzstillstand, 42 starben. Die Mehrzahl von ihnen litt an einer krankhaften Verdickung des Herzmuskels.
Bislang erklärte diese Form von Schädigung den plötzlichen Herztod von vor allem jungen Sportlern. Bei älteren Läufern war sie nicht als größeres Problem bekannt.
"Nach allgemeiner Vorstellung ist das Risiko für einen Herzstillstand während des Marathons hoch, die Medien berichten ja ausführlich über jeden Zwischenfall. Wir haben in dieser großen, gründlichen Studie aber gezeigt, dass die Gefahr genauso klein oder geringer ist als bei anderen Sportarten, inklusive Freizeitsport", zitiert die "Süddeutsche" den Leiter der Studie.
Ein Marathonrennen sei zumeist sicher und werde gut vertragen, schreibt die "Süddeutsche" außerdem unter Berufung auf eine weitere aktuelle Studie von Forschern der Uniklinik Heidelberg. Die Sportmediziner schrieben, dass ein gesundes, trainiertes Herz beim Marathon nicht geschädigt wird und "Ausdauersportler nicht früher sterben als andere Sportler".
Der aktuelle Forschungsstand bedeutet aber keineswegs, dass jeder Hobbysportler tauglich ist für die 42,195 Kilometer. Wer das Traumziel Marathon angeht, sollte sich vorab unbedingt vom Mediziner seines Vertrauens untersuchen lassen. Eine sichere Methode, um Hauptrisiken frühzeitig zu identifizieren, ist die Magnetresonanztomografie (MRT), empfehlen Wissenschaftler aus Tübingen.

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