01 Juli 2010 02:00
Wissenschaftler haben herausgefunden, welchen Einfluss das Verhältnis zwischen Körpergröße und Taillenumfang auf unsere Gesundheit hat. Überraschendes Ergebnis: Der BMI ist überbewertet.
Mit dem Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße lässt sich das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen besser bestimmen als mit dem Body-Mass-Index (BMI). Das haben Forscher der Universität München und des Max-Planck-Insituts für Psychiatrie herausgefunden.
Für ihre Studie haben die Wissenschaftler Daten von 10.600 Männern und Frauen erhoben. Sie beobachteten 6300 Probanden über einen Zeitraum von 39 Monaten. 4300 Studienteilnehmer wurden über achteinhalb Jahren beobachtet. Die Wissenschaftler untersuchten, welche Körpermaße eine bessere Risikoeinschätzung für Herz- und Kreislauferkrankungen ermöglichen.
Die Mediziner ermittelten für jeden Teilnehmer den Taillenumfang, den Quotient von Taillenumfang und Körpergröße, den Quotient von Taillen- und Hüftumfang und den BMI. Mit diesen Werten testeten sie, ob und wie hoch das Risiko ist, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Das Ergebnis: Je mehr "Bauchspeck" – gemessen am Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße – die Probanden aufwiesen, desto höher war die Wahrscheinlichkeit am Herz zu erkranken. Ebenso erhöhte sich mit diesem Wert das Sterberisiko der Studienteilnehmer.
Mit dem BMI sei eine solche Aussage nicht zu treffen, heißt es in der Studie. Um den BMI zu errechnen, teilt man das Körpergewicht in Kilogramm zweimal durch die Körpergröße in Metern. Den BMI-Angaben der Weltgesundheitsorganisation zufolge sind 60 Prozent der Deutschen übergewichtig.

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