18 Juni 2010 02:00
"Viel bringt viel" – ein Motto, das Sportler lieber nicht befolgen. Denn: Extreme sportliche Belastungen wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Das ergab eine neue Studie.
Wer intensiv Ausdauersport macht, verringert nicht zwangsläufig sein Infarktrisiko. Im Gegenteil, möglicherweise schädigt Marathonlaufen sogar die Blutgefäße. Der Grund: Beim Langstreckenlauf werden Sauerstoffradikale und große Mengen an Entzündungsstoffen freigesetzt. Das haben Herzspezialisten aus Essen herausgefunden.
Die Wissenschaftler hatten in einer Studie die Kalkablagerungen in den Herzarterien von über 100 Marathonläufern zwischen 50 und 72 Jahren untersucht und mit denen von Nicht-Marathonis verglichen. Ergebnis: Wer Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Rauchen aufweist, ist auch durch intensiven Sport nicht vor Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen gefeit.
"Der Nutzen von Marathonläufen kann leicht überschätzt werden", sagt Professor Martin Halle vom Berufsverband Deutscher Internisten. Der Kardiologe empfiehlt Läufern regelmäßige Untersuchungen: "Ein gesundes Herz und gesunde Gefäße sind Voraussetzung für einen Marathonlauf."
Die Essener Untersuchung lieferte zudem Hinweise, dass lange Läufe den Herzmuskel beeinträchtigen könnten: "In unserer Studie wiesen zwölf Prozent der Läufer solche Schädigungen auf", sagt Halle. "Ob ein Marathon aber tatsächlich dem Herzen und seinen Blutgefäßen schadet, wissen wir noch nicht."
Wie sportlich sind die Deutschen?

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