Achim Achilles empfiehlt:Keine Ausreden: Die besten Tipps, Tricks und Regeln für den sicheren Winterlauf. |
17 Juni 2010 02:00
Viele Läufer meiden das Wasser wie Walker den Schweiß. Dabei haben Hobbysportler, die sich ab und zu ins Nasse trauen, handfeste Trainingsvorteile. Achims Schwimmtrainerin Heike Prochazka erklärt, warum.
1. Die Intensität des Trainings spielt eine große Rolle: Je intensiver das Lauftraining, desto empfehlenswerter ist es, sich nach jedem Lauftraining für eine halbe Stunde ins Wasser zu legen und treiben zu lassen. Schwimmen ist ein guter Ausgleich für den Körper, weil die sanften Wasserbewegungen die Muskeln entspannen.
2. Läufer, die auch schwimmen, entwickeln einen weicheren Körperrhythmus: Die Muskulatur reagiert besser. Auch Sehnen, Bänder und die Wirbelsäule reagieren weicher und geschmeidiger.
3. Triathleten trainieren im Wasser, weil das Schwimmen Teil ihres Sports ist. Für sie gilt im Speziellen: Kondition ausbauen und Technik verbessern.
4. Aqua-Jogging ist sehr gut für den Puls und die Gelenke. Diese Sportart ist dadurch entstanden, dass Läufer wegen Verletzungen ihr normales Lauftraining unterbrechen mussten. Neben dem Schwimmen bietet es für Läufer eine hervorragende Alternative zum Laufen an Land.
5. Schwimmen verdichtet die Regenerationsphase. Besonders nach einer Wettkampfsaison hilft es, sich mental von der abgelaufenen Serie zu lösen. Aber auch wegen der veränderten Belastung der Muskulatur im Wasser setzt der Regenerationsprozess in den stärker belasteten Körperstellen schneller ein.
6. Wer verletzungsbedingt ein Rehaprogramm absolviert, tut dies mit hoher Wahrscheinlichkeit im Wasser. Besonders bei Bandscheibenproblemen ist trainieren im Wasser eine gute Methode, um gesund zu werden. Auch nach Bänder- und Kreuzbandrissen ist Schwimmen gut für den sportlichen Wiedereinstieg.
7. Der Heilungsprozess im Wasser geschieht schneller als an Land: Im Wasser ist der Körper leichter und die Belastung des Körpergewichts ist ausgeglichener verteilt. Deshalb ist Schwimmen auch ein guter Einstiegssport für Übergewichtige.
8. Schwimmer fördern ihre Ausdauer auf eine andere Weise als Läufer: Nicht nur durch die zurückgelegte Distanz, sondern auch das Anschwimmen gegen den Wasserwiderstand steigert die Ausdauer. Die Muskeln trainieren anders als an Land. Das Lungenvolumen und das Herzvolumen werden durch das Schwimmen erweitert, das Herz-Kreislaufsystem intensiviert sich. Wer schwimmt, erhöht nicht nur seine Leistungsfähigkeit beim Laufen, sondern verbessert zusätzlich seine Wahrnehmung, Koordination und Körpergefühl.
9. Wer wasserscheu ist, hat entweder schlechte Erfahrungen im Wasser gemacht, die ihn unbewusst belasten, oder hatte einen schlechten Schwimmtrainer. Ein guter Trainer achtet auf die Körpersprache seines Schützlings, um ihm mögliche Ängste zu nehmen. Wer nicht gerne im Wasser ist, blockiert seine Atmung. Die Aufgabe des Trainers ist es, die Blockaden zu erkennen und abzubauen. Am einfachsten gelingt das, wenn der Trainer den richtigen Schwimmrhythmus vermittelt.
10. Sobald die Angst vor dem Wasser verflogen ist, fühlt sich der Neuschwimmer wohl und der Körper ist offen für das Training. Für das Schwimmen spricht deshalb auch: Läufer werden mental stärker und gelassener.
Zur Person: Schwimmtrainerin Heike Prochazka ist 19-fache Deutsche Meisterin im Schwimmen. Bei der Schwimm-WM 1996 in Sheffield holte sie den fünften Platz im Rückenschwimmen. 2001 ist sie Deutsche Meisterin im Doppelmarathon auf Inline-Skatern geworden. Heute ist sie geprüfte Schwimmmeisterin im Berliner Fitnessclub Elixia. Dort trainiert sie auch Achim Achilles. Nebenbei betreut sie den Berliner Schwimmverein Regenbogenforellen, außerdem macht sie Thai Chi und Qi Gong.
So wirst Du ein besserer Läufer

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