Achim Achilles empfiehlt:Keine Ausreden: Die besten Tipps, Tricks und Regeln für den sicheren Winterlauf. |
30 November 1999 02:00
Das neue Jahr ist da, die Füße kribbeln, die Lunge lechzt nach Tempo. Zeit, sich ein paar Wettkämpfe vorzunehmen. Laufcoach Piet Könnicke erklärt, was man bei der Saisonplanung beachten sollte.
Neues Jahr, neues Glück. 2010 wird alles anders, besser, schneller. Naja, vielleicht nicht ganz: Was sich bewährt hat, sollte man nicht über den Haufen werfen und so manche Lauferfahrung aus dem alten Jahr wird für 2010 durchaus nützlich und hilfreich sein. Der erfahrene Läufer setzt vielleicht auf Routine und vertraut dem bekannten Schema, doch er sollte auch offen für Neues sein.
Eine kleine Nuance Veränderung, ein neuer Trainingsreiz können das neue Laufjahr spannend machen und ermöglichen vielleicht eine neue Bestzeit, an die man gar nicht mehr geglaubt hat. Wer im vergangenen Jahr erst mit dem Laufen begonnen hat, verfügt über erste Grundlagen, die es auszubauen und weiter zu entwickeln gilt.
Egal ob Profi oder Novize – am besten trainiert es sich mit einem klaren Ziel vor Augen. Wer den Fokus auf einen bestimmten Lauf gerichtet hat – egal ob 5, 10 oder 42 Kilometer – wird die kommenden Monate motiviert und freudig die Schnürsenkel binden. Lange, ruhige Läufe und Kraft-Ausdauer werden auch in den kommenden Wochen noch das Training bestimmen.
Doch da ist schon so ein Kribbeln in den Beinen, die Füße jucken, die Lunge lechzt nach Tempo. Gut so! Es geht ja auch bald los. Nur noch ein paar Tage, Nächte und lockere Lauftreff-Runden, Theorie, Rechnen und Tempotabellen – um auch gut gerüstet zu sein, wenn bald die Handbremse gelockert wird.
Die zurückliegenden Feiertage und der Jahreswechsel boten reichlich Gelegenheit, in sich zu gehen und Pläne zu schmieden. Nicht? Dann ist es jetzt noch nicht zu spät, aber höchste Zeit, Fakten zu schaffen. Berlin, Darß, Hamburg, Leipzig, Kiel, Wien, Zürich, Paris – voilà: Die Frühjahrs-Palette an Halbmarathons und Marathons ist lang. Um den Weg dorthin etwas zu dekorieren, empfehlen sich eine Reihe von Läufen und Wettkämpfen, die sich prima ins Training integrieren lassen.
Da sind die Winterlaufserien, die derzeit überall in Deutschland stattfinden. Von Twistringen-Mörsen bis Wiefelstede, von Mörfelden bis Jaderberg. Und Crossläufe, super! Solche Rennen sorgen nicht nur für Abwechslung im Trainingsalltag, sondern sind auch gut für die Wettkampfhärte. Wenn es am Tag X an irgendeiner Stelle schwer fallen sollte, sind es genau solche Rennen durch crossiges Gelände, die einen Schmerz und Schwäche ignorieren lassen und darüber hinweg helfen. Meistens. Besseres Training gibt es nicht. Und man kommt mal raus und unter Leute. Auch schön.
Mehr als 50 Marathonläufe gibt es bis Ende April allein in Deutschland. Nicht leicht, den richtigen zu finden. Daher sollte man sich über die eigenen Ambitionen im Klaren sein. Wer schnell laufen will und nach neuer Bestzeit schielt, sollte sich nicht unbedingt für die 42 Kilometer beim Kyffhäuser-Berglauf anmelden. Wer es gern bergig mag, sollte es hingegen tun. Landschaftsmarathons sind sehr schön, aber nicht immer für ein Debüt empfehlenswert. Wald, Wiesen und Berge sind bestimmt was fürs Auge und stimulierend, aber wenn ich etwas Unterstützung brauche, hilft mir die Kulisse eines City-Marathons wahrscheinlich mehr als mein Freund, der Baum. Umgekehrt ist es für jemanden, der die Läufe durch die Metropolen dieser Welt alle durch hat, sicher eine angenehme Erfahrung, mal keinen Asphalt unter den Laufsohlen zu haben.
Eines sollten alle Läufer tun: Ihre Partner in die Pläne einweihen. Nichts ist unangenehmer, als sich aus dem Haus zu schleichen – „Schatz, bin mal kurz weg“ – um nach drei Stunden verschwitzt und fertig wieder anzukommen, und für familiäre – oder gar eheliche – Pflichten nicht mehr brauchbar zu sein. Wer die Liebste oder den Liebsten an seiner Seite weiß, hat schon fast gewonnen.
So wirst Du ein besserer Läufer

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