12 Januar 2011 00:00
Pilates verbinden viele vor allem mit Wellness und Yoga – fälschlicherweise, sagt Franziska Beckmann, Pilates-Coach aus Hamburg. Sie erklärt, wieso ihre Übungen gegen Rückenleiden helfen und warum der Sport selbst bei Basketball-Titan Dirk Nowitzki auf dem Trainingsplan steht.
Frau Beckmann, Pilates verbinden viele vor allem mit Wellness und Yoga. Ist Pilates überhaupt anstrengend?
Franziska Beckmann: Ja, da wird einiges durcheinander gewirbelt. Pilates ist kein Larifari-Sport. Wir haben auch keine Räucherstäbchen oder sitzen im Kreis. Es ist echt toughes Training – das wird häufig unterschätzt. Joseph Hubertus Pilates, der Erfinder, hat es ja im Krieg entwickelt. Deswegen sehen die Geräte teilweise heute noch aus wie Krankenhausbetten.
Es sieht aber gar nicht herausfordernd aus.
Viele gucken in ein Studio, sehen die Pilates-Leute am Boden liegen und denken, die machen nichts. Dabei ist es ist echt intensiv und anstrengend. Ich beobachte auch, dass immer mehr Männer kommen. Pilates ist definitiv kein Training für „Weicheier“.
Was macht man überhaupt beim Pilates?
Es geht viel über die Körpermitte, dem „Powerhouse“. Das ist der Dreh- und Angelpunkt. Man macht viele kleine Bewegungen – wir haben ja Millionen kleiner Muskeln – und trainiert die Tiefenmuskulatur und zwar von innen nach außen. Im Fitnessstudio pumpen sich die Leute auf, aber es steckt keine Kraft dahinter. Durch Pilatestraining bekommt man lange, schlanke Muskeln, die vor allem Rumpf, Rücken und Bauch stabilisieren.
Basketballstar Dirk Nowitzki hat kürzlich gesagt, dass er Pilates macht. Warum lohnt sich Pilates für Sportler aus anderen Disziplinen?
Ich trainiere zurzeit eine Basketballerin, die sagt: Seit sie Pilates macht, ist sie weniger verletzungsanfällig. Ich hatte auch schon Kunden, die gesagt haben: Pilates hat mein Golf-Handicap verbessert. Es ist für jede Sportart hilfreich. Die Rumpfmuskeln braucht man ja überall. Ich bin selber Triathletin, und Pilates hilft mir auch beim Schwimmen, Laufen und Radfahren. Es ist das beste Präventionstraining für alle Muskeln, Gelenke und vor allem gut gegen Rückenleiden.
Interview: Frank Joung

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