23 Juni 2010 02:00
Der Sahara-Marathon ist eine extreme Herausforderung für den Körper. Rund 450 Läufer haben Anfang der Woche diese Belastung auf sich genommen. Medizinexperte Dr. Dirk Pajonk spricht über Risiken und erklärt, wie eine optimale Vorbereitung aussieht.
Achim-Achilles.de: Herr Dr. Pajonk, was halten Sie vom Sahara-Marathon?
Dr. Dirk Pajonk: In der Wüste einen Marathon zu laufen, bedeutet höchste Strapazen für den Körper. Jeder Teilnehmer sollte sehr gut darauf vorbereitet sein.
Achim-Achilles.de: Wie sähe eine optimale Vorbereitung aus?
Pajonk: Am besten wäre es natürlich, in einer heißen Region zu trainieren. Auf Lanzarote sind die Bedingungen ähnlich wie in der Wüste, das Klima ist trocken.
Achim-Achilles.de: Wie unterscheiden sich die Strapazen im Vergleich zu denen eines Stadtmarathons?
Pajonk: Durch die starke Sonneneinstrahlung wird die Haut überdurchschnittlich stark belastet. Die Läufer müssen während des Laufes mehr Flüssigkeit zu sich nehmen, als bei einem normalen Lauf. Je nach Typ können das bis zu acht Liter sein, oder sogar mehr.
Achim-Achilles.de: Worauf sollten die Läufer achten?
Pajonk: Auf die Verpflegung während des Laufes, auf die richtige Bekleidung und auf ausreichend Sonnenschutz. Und natürlich ist die läuferische Vorbereitung sehr wichtig. Wer unter härteren Bedingungen laufen will, braucht auch eine härtere Vorbereitung. Sehr erfahrene Läufer brauchen sechs Monate, um sich auf einen europäischen Stadtmarathon vorzubereiten. Wer aber in der Wüste laufen will, muss sehr genau wissen wo er steht und seine Grenzen kennen.
Achim-Achilles.de: Welche Gefahren birgt ein Extremlauf?
Pajonk: Die Läufer können einen Hitzschlag erleiden. Das kann zu bedrohlichen bis lebensbedrohlichen Situationen führen. Der Körper reagiert mit Fieber, Schüttelforst und Schock. Wer seine Haut nicht ausreichend schützt, riskiert Verbrennungen zweiten oder dritten Grades. Bei einem Extremlauf ist auch der Veranstalter besonders in der Pflicht, auf die Gesundheit der Teilnehmer zu achten und auf besondere Witterungssituationen zu reagieren.
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